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Polyamorie
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Polyamorie oder Polyamory (ein Kunstwort aus altgriechisch polĂ˝s âviel, mehrereâ, und lateinisch amor âLiebeâ; englisch polyamory; als Adjektiv polyamor oder kurz poly) bezeichnet eine Form des Liebeslebens, bei der eine Person mehrere Partner liebt und zu jedem einzelnen eine Liebesbeziehung pflegt, wobei diese Tatsache allen Beteiligten bekannt ist und einvernehmlich gelebt wird.cite-ref-mcgraw-hill-polyamory-3-0[3]cite-ref-webster-polyamory-4-0[4]cite-ref-5[5] In polyamoren Beziehungen herrscht genau wie in monogamen Beziehungen die Absicht, jede der gewĂźnschten Beziehungen langfristig und vertrauensvoll miteinander zu gestalten.cite-ref-christianruether-com-6-0[6] Weltanschaulich bejaht das polyamore Konzept, dass ein Mensch mit mehreren Personen zur selben Zeit Liebesbeziehungen haben kann, und stellt die Vorstellung in Frage, dass Zweierbeziehungen die einzig erstrebenswerte oder mĂśgliche Form des Zusammenlebens seien.cite-ref-7[7] Es gibt auch einige Ăberschneidungen zur Beziehungsanarchie, in der Beziehungen auf Basis individueller WĂźnsche anstelle von Normen gefĂźhrt werden. Der Unterschied zur offenen Beziehung bzw. âfreien Liebeâ besteht darin, dass nicht nur Sex, sondern auch Zärtlichkeit, Verliebtheit und Liebe mit weiteren Menschen erlaubt und mĂśglich sind.
Seit den 1960er Jahren sind Erfahrungs- und Kommunikationsnetze von Menschen entstanden, die in solchen Beziehungen leben, sich darĂźber austauschen und hierin gegenseitig unterstĂźtzen â in der heutigen Zeit zumeist Ăźber das Internet.
Contents
⢠Zusammenfassung
⢠Allgemeines
⢠Geschichte
⢠Terminologie
⢠Solo-Polyamorie
⢠Allgemeines
⢠Symbole
⢠Treue
⢠Siehe auch
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Zusammenfassung
Es handelt sich um einen Oberbegriff, der alle einvernehmlichen und auf voller Informiertheit beruhenden langfristigen intimen Beziehungen mehrerer Personen beschreibt. Die zugehĂśrige Subkultur hat unter anderem Wurzeln in der âFree-Love-Bewegungâ, die seit Mitte des 19. Jahrhunderts entstand, grenzt sich allerdings von in den 1960er Jahren entwickelten, auf Sexualität eingeschränkten Fassungen des Begriffs âFreie Liebeâ ab.
Nach Christian RĂźther, der die Geschichte der Polyamorie untersucht hat, definiert sich âPolyamoryâ vor allem Ăźber vier wesentliche Merkmale:cite-ref-christianruether-com-6-1[6]
1. Ehrlichkeit/Transparenz (Poly ist nicht âBetrĂźgenâ)
2. Gleichberechtigung/Konsens (Poly ist nicht patriarchale Polygynie)
3. Erotische Liebe mit mehr als einer Person Ăźber einen bestimmten Zeitraum hinweg (Poly ist mehr als Freundschaft/Poly ist nicht Monogamie)
4. Langfristige Orientierung (Poly ist prinzipiell nicht Swinging)
Die Polyamorie definiert sich also in erster Linie Ăźber die emotionale Seite von Liebesbeziehungen; ihr liegt die Idee zugrunde, dass Liebe, auch solche romantischer Färbung, nichts ist, das auf einzelne Personen eingeschränkt werden mĂźsse. Polyamore Beziehungen erfordern in der Regel erheblich mehr Aufmerksamkeit, Energie und Kommunikation als emotional und sexuell ausschlieĂliche Beziehungen und bieten den Beteiligten weniger Sicherheiten, haben fĂźr die Menschen, die sie fĂźhren, jedoch ausgleichende Vorteile.cite-ref-8[8]cite-ref-9[9]cite-ref-10[10]cite-ref-11[11] Eifersucht stellt aus dieser Sicht eine Herausforderung dar, die durch Mut, Verständnis und Vertrauen der Partner und Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit ihr gemeistert werden kann. Polyamore Beziehungen haben viele mĂśgliche Konstellationen mit spezifischen Bezeichnungen, zum Beispiel bezeichnet âTriadeâ eine wechselseitige Liebesbeziehung zwischen drei Personen.
Zum Teil haben sich spezielle Begriffe entwickelt, wie âfrubbeligâ fĂźr ein GefĂźhlserleben gegensätzlich zur Eifersucht, einer Art (Mit-)Freude, die manche empfinden, wenn sie ihren Partner glĂźcklich in der Gegenwart eines anderen Partners wähnen.
Polyamore Menschen haben manchmal auch Kinder in erweiterten Familien wie bei Regenbogenfamilien.
Menschen in polyamoren Netzwerken schätzen als Werte Treue im Sinn von Verbindlichkeit und Loyalität, Ehrlichkeit, Respekt, gleichberechtigte Kommunikation und Verhandlung sowie Hingabe. Diese Werte beruhen auf kollektiven Präferenzen sowie Erfahrungen, welche Verhaltensweisen erfĂźllte und dauerhafte nicht ausschlieĂliche Beziehungen fĂśrdern.
Als politische StrĂśmung betrachtet das Konzept der Polyamorie die verschiedenen Lebensformen als gleichberechtigt und befĂźrwortet den Abbau von Diskriminierungen.
Allgemeines
Menschen, die sich als polyamor oder polyamorÜs bezeichnen, stellen die Vorstellung in Frage, dass die Zweierbeziehung und die traditionelle Einehe die einzig erstrebenswerten Formen des Zusammenlebens seien. Die Liebe ist nach ihrer Auffassung kein endliches oder limitiertes Gut, das immer nur fßr die Liebe zu einer einzigen Person ausreicht, sondern gegenßber mehreren Menschen in einer ganz individuellen Ausprägung in Erscheinung treten kann.cite-ref-12[12]cite-ref-13[13]cite-ref-14[14]
Polyamorie wird Ăźber die emotionale Seite von Liebesbeziehungen definiert. Es steht also nicht das Erleben von Sexualität im Mittelpunkt, das allerdings â wie in jeder Liebesbeziehung â durchaus eine wesentliche Rolle spielen kann und darf. Als Bedingungen fĂźr polyamourĂśse Beziehungen werden vielfach grĂśĂtmĂśgliche Ehrlichkeit zwischen den Beteiligten und gegenseitiges Einverständnis genannt. Deshalb gibt es im Konzept der Polyamorie keine zu verheimlichenden Liebhaberinnen und Liebhaber. Den Menschen, die man mag, soll mit dem sich aus dem individuellen Verhältnis erwachsenden MaĂ an Zuneigung und Intimität begegnet werden kĂśnnen. Es braucht nicht geleugnet zu werden, falls man fĂźr mehr als einen Menschen GefĂźhle empfindet. Eifersucht und Verlustängste treten auch bei Menschen, die diese Beziehungsform gewählt haben, oft auf und sollten offen ausgesprochen werden. Eifersucht stellt in der Tat bei langfristig bestehenden Beziehungen oft die bedeutendste HĂźrde dar. Dem Konzept der Polyamorie zufolge soll jedoch vermieden werden, dass diese GefĂźhle das Handeln bestimmen, da sie sonst zerstĂśrerisch auf Beziehungen wirken kĂśnnten.
Da in der Polyamorie im Gegensatz zur Monogamie kein Exklusivitätsanspruch gegenĂźber dem Partner vertreten wird, besteht keine Notwendigkeit, eine Beziehung zu beenden, wenn der Partner parallel weitere Beziehungen eingeht. Frische Verliebtheit, in englischsprachigen Foren auch âNew Relationship Energyâ (kurz NRE, deutsch âNeue-Beziehungs-Energieâ) genannt, wird trotz der schĂśnen GefĂźhle manchmal als mit Vorsicht zu genieĂender Zustand gesehen. Sie mache es schwerer, die BedĂźrfnisse aller Partner auszugleichen, und berge die Gefahr von kurzschlĂźssigen Entscheidungen, deren Konsequenzen langfristig bedauert wĂźrden.
Polyamore Beziehungen kĂśnnen einen erheblichen emotionalen Stress bedeuten, falls es Konflikte zwischen den Partnern gibt oder EifersuchtsgefĂźhle aufkommen. Nach Meinung vieler polyamorer Menschen verlangen solche Situationen neben Aufrichtigkeit, Empathie und Selbstkenntnis ein Ăźberdurchschnittliches AbgrenzungsvermĂśgen. Ob polyamore Beziehungen zwischen Menschen, die mit dieser Lebensform keine Erfahrungen haben, Bestand haben, lässt sich kaum voraussagen. Deswegen wird groĂer Wert darauf gelegt, dass die Beteiligten an einer solchen Beziehung diese bewusst und freiwillig wählen. Zusätzliche Beziehungen haben zudem die Tendenz, Unsicherheiten und ungeklärte Konflikte in einer Partnerschaft ans Licht zu bringen, auch wenn diese schon lange besteht. Um sich beispielsweise vor einem Ausspannen von Partnern oder vor Beziehungskonflikten in ungĂźnstigen Lebensphasen wie der Stillzeit eines Kindes zu schĂźtzen, handeln langfristige Partner häufig vorher ein gegenseitiges, im Umfang begrenztes Vetorecht in Bezug auf neue Beziehungen aus.cite-ref-15[15]
Die Orientierung zu Mehrfachbeziehungen wird von manchen polyamoren Menschen als bewusste Wahl betrachtet; die Mehrzahl betrachtet ihre Präferenz jedoch als Folge ihrer individuellen âVerdrahtungâ.cite-ref-16[16] Viele Menschen, die in Mehrfachbeziehungen leben, haben immer wieder die Erfahrung gemacht, dass monogame Beziehungen fĂźr sie nicht funktionieren oder sie darin nicht glĂźcklich werden. Dies wird aber in der Regel nicht zum Anlass genommen, Monogamie als individuelle Wahl abzuwerten. Hinterfragt wird jedoch die Monogamie als gesellschaftliche Norm (Heteronormativität bzw. Mononormativität) und die nach Ăberzeugung polyamor-denkender Menschen oft damit verbundene Doppelmoral.cite-ref-17[17]
Als Grund gegen ein Eingehen polyamorer Beziehungen fĂźhren viele polyamore Menschen an, dass oft viel mehr âBeziehungsarbeitâ geleistet werden mĂźsse, was manchmal einen erheblichen Aufwand an Aufmerksamkeit, Zeit und Energie erfordere.cite-ref-18[18]cite-ref-19[19]cite-ref-20[20]cite-ref-21[21] AuĂerdem mĂźsse auf subjektive oder reale Sicherheiten verzichtet werden. Dies werde aber fĂźr Individuen, die diese Beziehungsform leben, durch Authentizität, persĂśnliches Wachstum sowie Selbstentfaltung weit mehr als ausgeglichen. Hinzu komme die Erfahrung von Vielfalt und Lebendigkeit, von Freude am GlĂźck der Geliebten mit ihren anderen Partnern, die Solidarität und UnterstĂźtzung in einer erweiterten Lebensgemeinschaft sowie ähnliche Aspekte. Viele begrĂźnden ihre Wahl auch mit der Erfahrung, dass sie in solchen Beziehungen wesentlich glĂźcklicher seien.cite-ref-22[22]
Geschichte
Wiewohl der Polyamorie-Begriff in einer klar umrissenen und moralisch konnotierten Form vor 1990 noch nicht existierte, haben Menschen bereits frĂźher einzelne polyamorĂśse Ideale praktiziert, etwa Bertrand Russell,cite-ref-russell-marriagemorals-23-0[23]cite-ref-russell-humansociety-24-0[24] Amelia Earhart,cite-ref-earhartletter-25-0[25] William Moulton Marston und Bertolt Brecht.cite-ref-brechtfreitag-26-0[26]cite-ref-brechtbriefe-27-0[27]cite-ref-brechtlattmann-28-0[28]
Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir praktizierten ebenfalls eine der âethischen Nicht-Monogamieâ entsprechende Lebensweise, die als Vorläufer der eher dauerhaft angelegten Polyamorie gilt. Sie erlaubten einander, âZufallsliebenâ (ein anderer Ausdruck fĂźr SeitensprĂźnge) zu haben.cite-ref-29[29] Praktisch hatte Sartre viel mehr SeitensprĂźnge als sie; sie hatte sowohl gegen- als auch gleichgeschlechtliche Beziehungen.
Seit den 1960er Jahren entstanden unter dem Oberbegriff responsible non-monogamy erste prä-polyamore Konzepte und Netzwerke von Menschen.
Als Geburtsstunde eines erstmals gefestigten Polyamorie-Begriffes wird die VerĂśffentlichung eines Manifestes von Morning Glory Zell-Ravenheart im Jahr 1990 betrachtet, die in ihrem Text âEin BlumenstrauĂ von Geliebtenâ (englisch A Bouquet of Lovers, 1990)cite-ref-30[30] neben der WortschĂśpfung poly-amorous auch die drei Grundregeln der modernen Polyamorie (Einvernehmlichkeit, Transparenz gegenĂźber allen Beteiligten und Verbindlichkeit in den emotionalen Entscheidungen) ausfĂźhrlich begrĂźndete und hierbei auch die Ordnung einer so genannten âhierarchischen Polyamorieâ, ausgehend von einer vorhandenen Hauptbeziehung mit später hinzugekommenen weiteren Liebesbeziehungen beschrieb. Hierbei sind deutliche Anlehnungen an das zu diesem Zeitpunkt bereits bekannte Konzept der so genannten âPolyfidelityâ, also der âTreue zu mehrerenâ in einer Art Gruppenehe, zu finden, welche als Teil der damaligen Ethical nonmonogamy-Bewegung eine Lebensweise propagierte, die vor allem von der Oneida Community Mitte der 1970er Jahre in den USA bekannt gemacht wurde.
Das Ehepaar Zell-Ravenheart lebte hingegen nach auĂen hin offen fĂźr neue Liebesbeziehungen und vertrat dabei die aus der Polyfidelity abgeleitete Ansicht, dass ihre bestehende Beziehung von neuen Liebespartnern nicht bĂśswillig oder leichtsinnig beschädigt werden darf und vor destruktiven Handlungen geschĂźtzt werden sollte. Hierzu gaben sie ihre Erfahrungen und Regeln mit dem vorgenannten Manifest weiter. Ab etwa 1992 wurde das Konzept in elektronischen Foren popularisiert. Deborah Anapol, eine Vertreterin der ethischen Nicht-Monogamie, zitierte A Bouquet of Lovers 1992 in ihrem Buch Love without limits, in dem sie das Konzept ethischer Nicht-Monogamie erläuterte. Zell-Ravenheart begrĂźndete ihre später durchaus kritisierte regelbasierte Form der nicht-monogamen Lebensweise damit, dass eine bereits vorhandene Beziehung bei ihrer Ăffnung von allen Beteiligten eine erhĂśhte emotionale Aufmerksamkeit erfordert.
Zitat aus A Bouquet of Lovers: âNachdem ich mein gesamtes Erwachsenenleben in der einen oder anderen offenen Ehe involviert war (meine gegenwärtige Primärbeziehung [zu der Zeit, als dieser Artikel geschrieben wurde] währt 16 Jahre), sind mir eine Menge Ideen gekommen und auch wieder abgegangen und ich habe mit EntwĂźrfen sowie Regeln experimentiert, um diese Beziehungen fĂźr alle Beteiligten gut gelingen zu lassen. Es gibt so viele Unterschiede in dem, was unterschiedliche Menschen in einer Beziehung brauchen, eben weil es Menschen sind, die daran beteiligt sind. Es gibt jedoch definitiv einige Elemente, die vorhanden sein mĂźssen, damit das System Ăźberhaupt funktioniert. Andere Elemente werden dringend empfohlen, weil sie eine sehr gute Erfolgsbilanz haben. Lasst sie uns insgesamt als âRegeln fĂźr den Wegâ bezeichnen.â
Später wurde diese an einer sich Ăśffnenden Ehe orientierte Grundordnung von der Community um eine eher gleichberechtigte Form â die so genannte âegalitäre Polyamorieâ â ergänzt. Andie Nordgren erweiterte dies im Jahr 2004cite-ref-31[31] mit dem weiteren Modell Beziehungsanarchie in Richtung einer âverantwortlichen Nicht-Monogamieâ ohne vordefiniertes Regelwerk, dafĂźr mit einer klaren Verantwortlichkeit fĂźr die eigenen und gegenseitigen emotionalen Entscheidungen und fĂźr die gemeinsam getroffenen Vereinbarungen. Diese neueste Form wird innerhalb der Szene teilweise noch als Lesart der Polyamorie, teilweise aber bereits als eigenständiges Beziehungsmodell betrachtet.
Terminologie
Polyamorie ist ein hybrider Neologismus: poly steht altgriechisch fĂźr âmehrereâ und amor ist Lateinisch fĂźr âLiebeâ. Das Wort wurde unabhängig von mehreren Personen kreiert, darunter Morning Glory Zell-Ravenheart, die in dem Artikel âEin BlumenstrauĂ von Geliebtenâ (englisch A Bouquet of Lovers, 1990) die Popularisierung der Wortverbindung poly-amorous anregte, sowie Jennifer Wesp, die 1992 die Usenet-Newsgroup alt.polyamory grĂźndete.cite-ref-32[32] Ein gelegentlicher Gebrauch der Bezeichnung, wenn auch ohne klare Werteordnung als Beziehungsmodell, findet sich in einigen wenigen älteren Texten: So tauchte sie etwa 1921 in den autobiografischen Essays des italienischen Futuristen Tommaso Marinetti L'alcòva d'acciaio auf (Seite 283) sowie in einer Beschreibung der Lebensumstände am Hofe Heinrichs VIII.,cite-ref-33[33] bei denen es sich jedoch um hĂśfische Mätressen ohne vollwertigen Beziehungsanspruch handelte. 1953 wurde sie zudem von Charles A. Ward und bei Josep McElroy 1969 mit Bezug auf historische englische Literatur verwendet.cite-ref-34[34]
Vor allem vor der Verbreitung der Bezeichnung âPolyamorieâ wurden alternativ das eigentlich unzutreffende Wort Polygynandrie sowie Polyfidelity verwendet (West, 1996). Die Bezeichnung Polyfidelity wurde von der Kerista Kommune in San Francisco geprägt und meint genau genommen die Praxis der âGruppeneheâ (englisch group marriage), wird aber manchmal noch synonym zu Polyamorie gebraucht.cite-ref-35[35]
definition Definition
Zur Jahrtausendwende wurde Zell-Ravenheart von den Herausgebern des Oxford English Dictionary um eine Definition des Ausdrucks gebeten, die aber erst 2006 ins WĂśrterbuch aufgenommen wurde:
âDie Praxis, der Zustand oder die Fähigkeit, mehr als eine liebevolle sexuelle Beziehung zur gleichen Zeit zu fĂźhren mit vollem Wissen und Einverständnis der beteiligten Partner.â
â
Morning Glory Zell-Ravenheart (1999)
Diese Definition ist inklusiv gedacht. In diesem Zusammenhang beabsichtigt sie insbesondere nicht, âSwingenâ vĂśllig auszuschlieĂen, sofern Menschen, die letzteres praktizieren, sich selbst dem Begriff der Polyamorie zuordnen mĂśchten. Viele Swinger haben enge Beziehungen mit Sexualpartnern als beste Freunde und als Beziehungspartner. Viele Menschen sowohl in den Subkulturen der Swinger als auch der Polyamorie sehen beide Praktiken als ergänzende Teile einer Sichtweise an, die den offenen Umgang mit physischer und seelischer Intimität, Vertrautheit und Sexualität erlaubt und unterstĂźtzt. Die beiden essentiellen Zutaten des Konzepts âPolyamorieâ sind âmehr als einerâ und âliebevollâ. Das bedeutet, dass die Menschen in solchen Beziehungen eine liebevolle GefĂźhlsbindung haben, in vielfältiger Weise in ihrem Leben in Beziehung stehen und fĂźr ihr gegenseitiges Wohlergehen sorgen. Nach dieser Definition meint Polyamorie also nicht die AusĂźbung von Sexualität als reine Freizeitbeschäftigung, Orgien, Promiskuität, heimliches Fremdgehen, âOne-Night-Standsâ, Prostitution, die Praxis von sogenannter serieller Monogamie oder die gängige Definition von Swingen als Partnertausch im anonymen Rahmen. Dagegen wird eine Definition vornehmlich auf der Basis des Konzeptes der romantischen Liebe teilweise in Frage gestellt.cite-ref-36[36]
polyamorie Polyamorie
Im deutschsprachigen Raum war in Internet-Beiträgen die englische Schreibweise polyamory häufiger zu finden. Jedoch wird seit einiger Zeit mehrheitlich die Schreibweise âPolyamorieâ verwendet und findet auch zunehmend Verwendung in Blogs,cite-ref-37[37] Onlineforencite-ref-38[38] und PresseverĂśffentlichungen -.cite-ref-39[39] erstmalig wurde die Schreibweise âPolyamorieâ am 23. Jänner 2007 in der Schweizer Tageszeitung Tagesanzeiger verwendet.cite-ref-40[40] Als Adjektiv ist âpolyamorâ gebräuchlich (mit Betonung auf der letzten Silbe), seltener die Form âpolyamourĂśsâ. Gelegentlich findet sich auch die franzĂśsische Bezeichnung polyamour oder italienisch polyamore.cite-ref-41[41]
Personen, die polyamore Beziehungen pflegen, bezeichnen sich gelegentlich kurz als âPolyamoreâ (ein Polyamorer), oder noch kĂźrzer als âPolysâ. Einige lesbische Frauen verwenden in der Subkultur auch die Selbstbezeichnung âSchlampeâ, analog zum englischen Wort âslutâ (als Geusenwort).cite-ref-42[42]
polyk-c3-bclpolyk-l PolykĂźl
FĂźr die Lebensgemeinschaft und eine Gesamtheit von durch Liebesbeziehungen verbundenen Personen findet sich in der Gemeinschaft Ende der 2010er-Jahre die Bezeichnung âPolykĂźlâ,cite-ref-dlf-2019-05-27-43-0[43]cite-ref-freitag-2017-08-30-44-0[44]cite-ref-swr-2018-02-09-45-0[45]cite-ref-46[46] ein Kofferwort aus polyamor und MolekĂźl.
âEin PolykĂźl ist ein Beziehungscluster: wenn man so etwas aufzeichnet, sieht es aus wie z. B. eine Sauerstoffverbindung, also wie ein MolekĂźl. Daher der Name. Die Kugeln sind die beteiligten Personen und die Dicke der Verbindungen symbolisiert die Intensität der Verbindungen zwischen diesen Personen.â
â
Stefan Ossmann, Polyamorieforscher Universität Wien (2018)
abgrenzung-zur-polygamie Abgrenzung zur Polygamie
Von der Polyamorie ist die Polygamie zu unterscheiden, die in vielen Kulturen als Institution der Vielehe verankert ist. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass Polyamorie nicht an gesellschaftliche Institutionen und Normen wie Monogamie (Einehe) oder Vielehe gebunden ist und die Wahlfreiheit der Beteiligten betont wird; zudem mĂźssen sie nicht miteinander verheiratet sein. Dementsprechend mĂźsste sehr eng gefasst die Praxis der ausschlieĂlichen âEins-zu-Einsâ-Liebesbeziehung als âMonoamorieâ bezeichnet werden anstatt als âMonogamieâ.
Im allgemeinen Sprachgebrauch wird die Unterscheidung zwischen Polyamorie und Polygamie allerdings oft vernachlässigt. Ausgehend vom englischsprachigen Raum ist in den letzten Jahren auĂerdem die Bezeichnung new monogamy fĂźr eine stärker pragmatische, individuell ausgehandelte Aufgabe sexueller Exklusivität in Partnerschaften hinzugekommen.cite-ref-48[48]
Begriffsabgrenzung zwischen Polyamorie und âFreier Liebeâ
Der Begriff âFreie Liebeâ wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts als Beschreibung einer sozialen Bewegung geprägt, die staatliche und kirchliche Einmischung in persĂśnliche Beziehungen zurĂźckwies. Diese Idee hat eine lange Tradition, die in Mitteleuropa bis auf die christlichen Gemeinschaften der Adamiten und Dissenter zurĂźckgeht. Vom 19. bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts wurde sie von PersĂśnlichkeiten wie John Humphrey Noyes, August NordenskjĂśld, Carl Bernhard WadstrĂśm, William Blake, Mary Wollstonecraft, Percy Bysshe Shelley, Emma Goldman, Bertrand Russell und Natalie Clifford Barney vertreten, oft im Zusammenhang mit politischen Bewegungen wie Abolitionismus, Pazifismus und Anarchismus.
In der sexuellen Revolution der 1960er Jahre wurde eine âfreie Liebeâ popularisiert und teilweise als neue Norm vertreten, die promiskes Verhalten propagierte (âWer zweimal mit derselben pennt, gehĂśrt schon zum Establishmentâcite-ref-49[49]). Ziel war das Aufbrechen sexueller Normen und das Schaffen neuer Beziehungsformen, beispielsweise in der Kommune 2. Dabei gab es auch autoritäre und sektiererische AuswĂźchse, die im deutschsprachigen Raum mit der Aktionsanalytischen Organisation Otto Muehls, die auch AAO oder Zentrum fĂźr Emotionale Gestaltung genannt wurde, ein Extrem erreichten.cite-ref-50[50] In den USA nahm beispielsweise die Oneida Community, die einen religiĂśsen Hintergrund hatte, eine ähnliche Entwicklung.cite-ref-51[51] Es wird diskutiert, ob Kommunen und Gemeinschaften, die aus diesen Organisationen hervorgingen, wie das ZEGG,cite-ref-schlothauer-1992-63-52-0[52]cite-ref-53[53] noch von den Strukturen ihrer Vorgänger-Projekte beeinflusst sind. Während das ZEGG fĂźr Freunde und UnterstĂźtzer als Vorläufer der polyamoren Kultur in Deutschland gilt, stehen Kritiker dem skeptisch gegenĂźber.
Inzwischen hat sich ein weitgehend anerkannter MaĂstab herausgebildet, um Polyamorie von dem alten, häufig normativ gebrauchten Begriff der âFreien Liebeâ abzugrenzen, wie er in den 1970er Jahren verstanden wurde. Polyamore Beziehungen benĂśtigen grundsätzlich das Einvernehmen aller Beteiligten. Der emotionalen Seite von Liebesbeziehungen und nicht der sexuellen Freiheit, wie in der Freien Liebe, wird hĂśchste Priorität eingeräumt. Das setzt â im Unterschied zur freien Liebe â voraus, dass alle Beteiligten umfassend Ăźber den Stand der anderen Beziehungen informiert sind, Transparenz gewährleistet ist und ein achtsamer Umgang zwischen den Beteiligen gepflegt wird. Auch die in der Polyamorie häufig zu beobachtenden hierarchischen Beziehungsmuster, in denen eine langjährige Partnerschaft sich fĂźr nicht gleichberechtigt gelebte weitere Beziehungen Ăśffnet, grenzen die Polyamorie von der Freien Liebe deutlich ab. AuĂerdem wird dem Umgang mit Emotionen, wie Eifersucht, eine weitaus grĂśĂere Beachtung geschenkt, als dies in den 1970ern der Fall war.cite-ref-54[54]cite-ref-55[55]
Umgang mit Eifersucht
Polyamorie praktizierenden Autoren zufolge stellt Eifersucht das wohl grĂśĂte Hindernis in polyamoren Beziehungen dar.cite-ref-56[56] Ihre Meisterung bĂśte jedoch auch Chancen der persĂśnlichen Entwicklung, so dass sie gleichermaĂen als âTorhĂźterâ beschrieben wird.cite-ref-5-57-0[57] Entsprechend existiert eine umfangreiche ratgebende Literatur in Buchform und in WebverĂśffentlichungen, deren Ansätze hier kurz dargestellt werden.
Polyamoren Autoren zufolge ist in polyamoren Beziehungen weniger die Abwesenheit von Eifersucht wichtig als die Bereitschaft zur Begegnung und Auseinandersetzung mit diesem GefĂźhl. Die Intensität der Empfindung ist von Person zu Person verschieden. Es gibt polyamore Menschen, bei denen sie ganz fehlt. Auch bei Menschen, die normalerweise kaum eifersĂźchtig sind, kann sie unerwartet eine hohe Intensität erreichen und kĂśrperlichem Schmerz ähneln, wenn sich beispielsweise der oder die langjährige Lebenspartner/-partnerin mit einer neuen Liebe trifft. Andererseits kann Eifersucht auch lange verdrängt werden und unerkannt bleiben, auch wenn ihre Vermeidung einen erheblichen Teil des Denkens und Handelns bestimmt. Da in der monogamen Kultur das GefĂźhl der Eifersucht oft stark gemieden werde, kĂśnne andererseits bei manchen Menschen auch Angst vor Eifersucht die grĂśĂere Schwierigkeit darstellen als die Eifersucht selbst.cite-ref-east-58-0[58]
Polyamore Menschen beschreiben Eifersucht oft als eine Mischung verschiedener GefĂźhle und Gedanken wie Wut, die Kontrolle Ăźber den Partner zu verlieren, Angst, seine Liebe zu verlieren, verlassen zu werden oder unwichtig zu werden, Scham Ăźber eine empfundene Abwertung oder auch Trauer Ăźber verlorene Gewissheiten.cite-ref-5-57-1[57] Oft Ăźberlagern sich verschiedene GefĂźhle. Eifersucht gilt unter Polyamorie praktizierenden Menschen zumeist weder als ein Zeichen von Liebe noch als Betrug oder Charakterschwäche, wenn auch besitzergreifendes Verhalten von polyamoren Personen meist nicht toleriert wird. Idealerweise wĂźrde der Partner einer eifersĂźchtigen Person diese liebevoll, akzeptierend und begleitend behandeln â ähnlich wie jemand mit der Trauer eines Freundes umgeht, der eine nahestehende Person verloren hat, oder der Angst eines Kindes, welches sich nicht sofort traut, schwimmen zu lernen. Doch eine solche begleitende Haltung und Bereitschaft zur Begegnung mit intensiven GefĂźhlen muss selbst oft erst erlernt werden.cite-ref-59[59]
Grundlegend fĂźr einen Umgang mit Eifersucht ist der Gedanke, dass jeder Mensch selbst fĂźr seine eigenen GefĂźhle und Gedanken verantwortlich ist wie auch fĂźr den Umgang mit seinen Erfahrungen und Konditionierungen, wie dies Marshall B. Rosenberg (2004) beschreibt. Zu trennen ist hier zwischen Wahrnehmung und Ausdruck von Eifersucht als GefĂźhl auf der einen Seite und eifersĂźchtigem Verhalten wie VorwĂźrfe oder das Stellen von Ultimaten, welches sich schnell zerstĂśrerisch auf Beziehungen auswirken kann, auf der anderen. Ein Verschweigen von potenziell eifersuchtsauslĂśsenden Situationen durch den Partner wäre nach gängigen polyamoren Konzepten dagegen grenzĂźberschreitend und längerfristig zerstĂśrerisch fĂźr eine gute Beziehung. Allerdings liege es durchaus in der Hand des oder der Partner, bestimmte AuslĂśser zu vermeiden. Dies kann zum Beispiel den Umgang mit Gegenständen oder Beziehungsritualen bedeuten, die einen Symbolwert fĂźr Beständigkeit und Stellenwert der als âbedrohtâ erlebten Beziehung haben.cite-ref-east-58-1[58]
In der Praxis der Polyamorie haben sich verschiedene Strategien zum Umgang mit Eifersucht entwickelt. Eine ist, die Angst oder Eifersucht auslÜsende Situation zu hinterfragen, sich konkrete Szenarien vorzustellen und ihre Realität und Irrealität zu vergegenwärtigen. Da Eifersucht wie alle Gefßhle auch eine positive Schutzfunktion haben kann und auf unerfßllte Bedßrfnisse hinweist, kann es durchaus vorkommen, dass eifersßchtige Gefßhle auf reale Schwierigkeiten in der Beziehung hinweisen, die mit dem Partner besprochen und geklärt werden sollten. Hier zeigt sich erneut die Wichtigkeit von guter Kommunikation und Ehrlichkeit, die den Aufbau eines dauerhaften Vertrauens in die Stabilität der Beziehung ermÜglichen.
Ein von Wendy Millstone vorgeschlagener Ansatz, die oben beschriebenen Mischungen von GefĂźhlen zu klären, ist, bildlich gesprochen, die âZwiebelâ Eifersucht zu schälen und die GefĂźhle und Gedanken jeder Schicht aufmerksam zu untersuchen.
Easton und Liszt (1997) empfehlen die Haltung, die graduelle Konfrontation mit der Eifersucht zu suchen, sie bewusst wahrzunehmen und ihr nicht auszuweichen. Ăhnlich wie es nicht liebevoll und auch nicht effektiv ist, ein Kind, welches nicht schwimmen kann, zum Zweck des Schwimmenlernens ins Wasser zu werfen, kann es insbesondere bei schon lange bestehenden Partnerschaften sinnvoll sein, wenn die Eifersucht erlebende Person in einer Beziehung das Tempo bestimmen darf, nicht diejenige, die einen neuen Partner hat. Bei akuten Anfällen von starker Eifersucht wird verstärkte SelbstfĂźrsorge und Prinzipien der KĂśrperarbeit wie bewusstes und systematisches Atmen vorgeschlagen. Auch alle Praktiken, welche Achtsamkeit und mentale Präsenz im âHier und Jetztâ fĂśrdern, stellen nach Ansicht von Autorinnen wie Deborah Anapol eine gute Ăbung dar, die durch Eifersucht ausgelĂśsten Gedanken zu beruhigen.
Autorinnen wie Celeste West weisen ferner darauf hin, dass es negative Folgen fßr die seelische Gesundheit haben kann, fßr längere Zeit das Ziel von verletzend eifersßchtigem Verhalten zu sein, auch wenn keine physische Gefährdung besteht.cite-ref-60[60]
Formen, Benennungen und Beziehungskonstellationen
Die gelebten und praktizierten Formen der Polyamorie kĂśnnen viele verschiedene Formen annehmen, da jede einzelne Beziehung einzigartig ist und sich von anderen unterscheiden kann. Es gibt verschiedene Bezeichnungen fĂźr diese Beziehungsstrukturen, wobei diese jedoch nicht durchgehend einheitlich verwendet werden.
Hierarchische und nicht-hierarchische Polyamorie
Häufig gibt es eine Hauptbeziehung (englisch primary relationship) oder Partnerschaft zwischen zwei (oder mehr) Partnern, die zusammen leben, wobei aber jeder der Partner nebenher noch weniger intensive oder enge Liebschaften oder Geliebte (secondary relationships) hat, etwa entsprechend Paaren, die nicht zusammen wohnen. Die sozial machtlosere Position von zweitrangigen (secondary) Partnern fĂźhrt nicht selten zu Problemen und Spannungen und hat bereits zu Kontroversen gefĂźhrt.cite-ref-0-61-0[61] Zusätzlich kĂśnnen noch âtertiary relationshipsâ hinzukommen, zum Beispiel erweiterte, Sexualität beinhaltende Freundschaften (âfriends with benefits, intimate friendshipsâ) mit Personen, welche häufig weiter entfernt wohnen.
Ein Teil der Menschen, die Polyamorie praktizieren, lehnt aber das Konzept einer Hierarchie von Beziehungspartnern eher ab, da sie es nicht nachvollziehen kĂśnnen, unethisch oder anstĂśĂig finden.cite-ref-62[62] In nichthierarchischen Beziehungsformen gibt es keine Rangordnung und keine Veto-Rechte.cite-ref-1-63-0[63] Andere Menschen stellen auch die Dichotomie, mit jemandem entweder in einer Beziehung oder in keiner Beziehung zu sein, in Frage. Kritiker dieser Sichtweise betonen die Wichtigkeit einer Offenlegung und Anerkennung real bestehender Prioritäten, so dass alle Beteiligten um ihre Position wissen.cite-ref-64[64]
Sexuell offene, aber romantisch monogame Konstellationen
Liegt der Schwerpunkt auf der sexuellen Nicht-AusschlieĂlichkeit, wird dies oft als âoffene Eheâ oder âoffene Beziehungâ bezeichnet. Sofern vereinbart wird, keine Liebesbeziehungen auĂerhalb der Hauptbeziehung entstehen zu lassen, liegt genau genommen keine Praxis von Polyamorie vor.
Polyfidelity: Erweiterte Monogamie
Es kann auch vorkommen, dass eine Gruppe von Menschen ein exklusives Netzwerk bildet, dessen Mitglieder jeweils nur untereinander emotionale und sexuelle Beziehungen haben. Dies wird oft âPolyfidelityâ genannt, dieser Begriff bezeichnet manchmal jedoch auch Polyamorie im Allgemeinen. Auch verbindliche Partnerschaften zwischen mehr als zwei Menschen (Group Marriages (Gruppenehe)), Beziehungsnetzwerke von Menschen, die nicht mit jemandem zusammen leben (Intimate Networks), bis hin zu âerweiterten Freundschaftenâ, welche Sexualität als zusätzliche Option beinhalten, kommen vor. Der Begriff Group Marriage wurde von einigen Autoren fiktionaler Werke wie Robert A. Heinlein in Fremder in einer fremden Welt und The Moon Is a Harsh Mistress, Robert Rimmer und Starhawk popularisiert. SchlieĂlich gibt es den Begriff Stamm oder Clan, bei denen die Beziehungspartner erweiterten Lebensgemeinschaften, beispielsweise Kommunen angehĂśren.
Beziehungen zwischen einem monogamen und einem polyamoren Partner
Weiterhin gibt es mono-polyamore Beziehungen, in denen von zwei Partnern einer mehrere Beziehungen hat, während der andere den weiteren Beziehungen des ersten zustimmt, selber aber keine zusätzliche Beziehung mĂśchte. Solche â1:N-Beziehungenâ, in denen ein Teil eines Paares sich monogam verhält und der andere mehrere Beziehungen hat, kĂśnnen durchaus glĂźcklich sein. Zur Unterscheidung wird gelegentlich die Beziehung zweier Menschen, die wechselseitige Monogamie vereinbaren, als Eins-zu-Eins-Beziehung bezeichnet.
Beziehungen zwischen Menschen, die Polyamorie praktizieren mĂśchten, und solchen, die einen monogamen Partner wĂźnschen, sind dagegen im Allgemeinen konfliktträchtig und werden häufig vermieden, denn Versuche, die eigene Orientierung oder diejenige des Partners hin zu polyamoren oder monogamen Beziehungen beeinflussen zu wollen, schlagen in aller Regel fehl.cite-ref-65[65] Ein Teil der polyamoren Menschen, der sich dessen meist wohl bewusst ist, betrachtet sich als in der Lage, wahlweise sowohl in mehrfachen als auch in ausschlieĂlichen Beziehungen gleich glĂźcklich zu leben: Diese werden auch als ambiamor bezeichnet.cite-ref-66[66]
Die Bereitschaft polyamorer Individuen, sich auf experimentelle Beziehungen zu Personen einzulassen, deren Orientierung und BedĂźrfnisse unsicher sind, variiert stark.
Solo-Polyamorie
Solo-Polyamorie bezeichnet eine Unterform der Polyamorie, als deren Hauptmerkmal ein besonderes Augenmerk auf Autonomie bezeichnet werden kann.cite-ref-0-61-1[61]cite-ref-1-63-1[63]cite-ref-2-67-0[67] Es wird sich hauptsächlich als Individuum (ggf. mit mehreren Beziehungen) und meist nicht als Teil eines Pärchens identifiziert. Die genaue Ausgestaltung der Solo-Polyamorie kann variieren. Die meisten entscheiden sich jedoch, nicht mit einem Partner zusammenzuwohnen und getrennte Bankkonten zu behalten.cite-ref-1-63-2[63]cite-ref-3-68-0[68] Dabei kĂśnnen solo-polyamore Menschen durchaus eine oder mehrere bedeutungsvolle, emotional engagierte feste Beziehungen fĂźhren.cite-ref-0-61-2[61]cite-ref-1-63-3[63]cite-ref-69[69]cite-ref-4-70-0[70] Jedoch mĂśchten sie meist keine âHauptbeziehungâ (primary relationship) in ihrer klassischen Form.cite-ref-71[71] Manche haben einen Ankerpartner (anchor partner), mit welchem sie besonders viel Zeit verbringen: Diese Beziehungen sind durch gegenseitige UnterstĂźtzung geprägt, ohne Exklusivität oder Hierarchie zu implizieren.cite-ref-3-68-1[68] Manche bezeichnen sich selbst als ihre eigenen Hauptpartner oder weisen nichtromantischen Beziehungen etwa zu Familienmitgliedern oder Freunden eine priorisierte Bedeutung zu.cite-ref-2-67-1[67]
Solopolyamore Menschen begegnen in der Gesellschaft oft Unverständnis oder Stigma, da ihre Lebensform dem kulturellen Fokus auf der Pärchenbindung nicht entspricht.cite-ref-2-67-2[67]cite-ref-72[72] Auch laufen sie in Gefahr, in Beziehungen mit Menschen, die hierarchisch polyamor leben, den KĂźrzeren zu ziehen, wenn sie aufgrund von âPärchen-Privilegienâ (Couple Privilege) nur nachrangig berĂźcksichtigt werden oder ihre âsekundäreâ Beziehung durch auferlegte Regeln eingeschränkt wird.cite-ref-2-67-3[67]
Begriffe fĂźr verschiedene Beziehungsstrukturen
FĂźr die Stellung von einzelnen Personen zueinander haben sich insbesondere in englischsprachigen elektronischen Medien bestimmte âgeometrischeâ Bezeichnungen eingebĂźrgert. Dabei wird als âVâ (englisch vee) bezeichnet, wenn eine Person zu zwei anderen Menschen eine enge Beziehung hat. Ebenso gibt es âNâ, âZâ, und âWâ. Als âTriadeâ wird bezeichnet, wenn drei Menschen untereinander eine enge Beziehung haben, was nur selten vorkommt. âQuadâ meint eine Partnerschaft oder Gruppenehe von vier Personen. Eine Paarbeziehung zwischen zwei Personen wird âDyadeâ genannt.
Viele solcher Beziehungen sind sehr langlebig, wenn sie eine gewisse Vertrautheit und Stabilität einmal erreicht haben. Auch liebevolle Beziehungen, die keine Sexualität beinhalten â zum Beispiel weil diese die Vereinbarungen bestehender Beziehungen verletzen wĂźrde â, kĂśnnen gegebenenfalls als polyamor bezeichnet werden. Jede Konstellation hat ihre eigene Struktur und Dynamik, die sehr komplex sein kann. Zum Beispiel wird fĂźr Quads, die aus zwei Dyaden gebildet werden, von manchen Autoren die Tendenz berichtet, eine Person abzuspalten und eine Triade zu bilden.cite-ref-73[73]
Polyamore Vernetzungen
Allgemeines
Polyamorie praktizieren vor allem Menschen, die sich als kleine Minderheit von mÜglicherweise mehreren hunderttausend bis hin zu wenigen Millionen Personen teils ßber einen lebhaften Austausch im World Wide Web vernetzen, teils ßber regionale Treffen organisieren. Neben den USA mit den Zentren Kalifornien / San Francisco Bay Area und Massachusetts haben sich auch in England und den Niederlanden Verbreitungsschwerpunkte entwickelt.cite-ref-74[74] Daneben gibt es Ansätze von polyamoren Vernetzungen in praktisch allen westeuropäischen Ländern und vielen weiteren Teilen der Welt.cite-ref-75[75] Im deutschsprachigen Raum finden seit Ende der 1990er Jahre regionale Treffen statt, deren Häufigkeit und Verbreitung beständig zunimmt. Seit April 2008 richtet der im gleichen Jahr gegrßndete Verein PAN e. V. dreimal jährlich ßberregionale Treffen fßr den deutschsprachigen Raum aus.
Statistische Zahlen Ăźber Menschen, die in mehrfachen Beziehungen leben, kĂśnnen nur geschätzt werden. Im Rahmen einer Diskussion Ăźber ein Gesetz aus dem 19. Jahrhundert,cite-ref-76[76] welches das Zusammenleben mehrerer Partner in Kanada unter Strafe stellt,cite-ref-77[77] nannte die âCanadian Polyamory Advocacy Associationâ (CPAA) bei einer AnhĂśrung im kanadischen Supreme Court eine gesicherte Zahl von 1120 einzeln bekannten polyamoren Familien und eine geschätzte Zahl von 17.000 Familien. Die Zahl allein lebender polyamorer Menschen in Kanada wurde auf etwa 550.000 geschätzt.cite-ref-78[78]cite-ref-79[79] Zufolge der CPAA ist die wahrscheinliche Zahl von in egalitären polyamoren Beziehungen lebenden Menschen um ein Vielfaches hĂśher als jene in patriarchal strukturierten polygynen Familien von fundamentalistischen StrĂśmungen der Mormonen oder traditionell lebenden Hmong und mindestens so hoch wie die Minderheit polygyn lebender kanadischer Muslime, vermutlich jedoch deutlich hĂśher.
Ein Teil dieser Personen spricht beispielsweise am Arbeitsplatz offen Ăźber die von ihnen gewählte Beziehungsform und macht in vielen Fällen gute Erfahrungen damit. Unterschiedslos empfohlen wird eine solche Offenheit nicht. In dieser Subkultur, deren Mitglieder häufig verstreut leben, haben elektronische Medien und die Kommunikation per Internet eine groĂe Bedeutung. War dies zu Anfang vor allem die Usenet Newsgroup alt.polyamory, die Zeitschrift âLoving Moreâ und zahlreiche Webseiten und Webringe, so stellen neben lokalen E-Mail-Listen, Blogs, Online-Foren und virtuelle Gemeinschaften wie polyamore.de und beziehungsgarten.net die wichtigsten Medien dar, von denen einige englischsprachige, wie LiveJournal mit Forumsgruppen wie Polyamory oder mono_poly, mehrere Tausend Mitglieder haben. Im deutschsprachigen Raum lässt sich ein schnelles Wachstum sowie eine fortschreitende Diversifizierung dieser Foren feststellen. Zum Finden von Kontakten und potenziellen Partnern haben auĂerdem Partner-BĂśrsen (z. B. OkCupid) Beliebtheit erlangt.cite-ref-80[80] Daneben sind lokale Treffen und Konferenzen wichtig, wie die âLoving Moreâ Konferenzen in den USA, die âInternational Conference on Polyamory & Mono-Normativityâ, die im November 2005 in Hamburg stattfand, oder die Filmtage âMehr als Eine Liebe â Facetten Polyamoren L(i)ebensâ im Juli 2007 in Oldenburg.cite-ref-81[81]
Manche polyamore Aktivisten, wie Dossie Easton, leisten wichtige Informations- und Aufklärungsarbeit insbesondere in den Bereichen Kommunikation, bestehen auf klaren Beziehungen, Verhßtung ungeplanter Schwangerschaften und Verhßtung von Krankheiten wie AIDS und Hepatitis B durch Safer Sex.
Ein Ăźberdurchschnittlich hoher Anteil dieser Menschen ist bisexuell orientiert, es sind jedoch alle sexuellen Orientierungen vertreten. BerĂźhrungen und Ăberschneidungen der Subkultur der Polyamorie existieren auĂer mit der bisexuellen Gemeinschaft mit der BDSM-Szene, der Neotantra-Szene, der Queer-Bewegung sowie mit Teilen der lesbischen und schwulen Bewegung, wie der âSchlampagneâ, und der linken Subkultur, welche die konventionelleren Beziehungsformen unter dem Stichwort âRomantische Zweierbeziehungâ oder âRZBâ hinterfragt und diskutiert.cite-ref-82[82]
Aufgrund der Vielfalt polyamorer Menschen und Lebensformen, der räumlichen Verstreutheit polyamorer Menschen und des Fehlens von kulturellen Merkmalen, welche Ăźber die Lebensform und deren praktische Realisierung hinausgehen, kann aber nicht von einer âPolyamorie-Szeneâ oder einer abgegrenzten Subkultur gesprochen werden. Polyamor lebende Menschen gehĂśren allen Gesellschaftsschichten und Berufsgruppen an, wobei Menschen mit Ăźberdurchschnittlicher Ausbildung häufiger vertreten sind. Polyamore Konzepte verbreiten sich immer mehr in den gesellschaftlichen Mainstream, wie an nicht an Subkulturen orientierten Protagonisten wie Jenny Blockcite-ref-83[83] sichtbar wird. Zudem stellen sich in den elektronischen Medien immer wieder Menschen vor, die den Prinzipien von Polyamorie seit vielen Jahren folgen, den Begriff aber bisher nicht kannten. Als Lobbyorganisation mit einem hohen Anteil polyamorer Menschen und einer klaren Toleranz fĂźr polyamore Lebensformen ist das Bisexuelle Netzwerk e. V. (BiNE) erwähnenswert. Seit 2009 baut das Polyamore Netzwerk (PAN e. V.) seine Angebote fĂźr polyamore Menschen immer mehr aus und bietet inzwischen dreimal im Jahr groĂe Vernetzungstreffen in Deutschland an.cite-ref-84[84] Der Verein bunt_lieben engagiert sich seit 2018 auf politischer Ebene fĂźr die Anliegen nicht-monogamer Menschen durch gezielte Kontakte zu Politik und Medien.cite-ref-85[85] Polyamor lebende Frauen aus der lesbischen Poly-Szene geben seit 2006 die im Selbstverlag erscheinende Zeitschrift âDie Krakeâ heraus.cite-ref-86[86]
Kinder in polyamoren Familien
In zahlreichen Familien, in denen ein oder mehrere Partner weitere polyamore Partnerschaften unterhalten, leben Kinder. Wie auch bei anderen Charakteristika der Polyamorie variiert hierbei die Art und Weise, wie Kinder in die Familie integriert sind:
⢠Die Eltern sind voll verantwortlich fßr ihre eigenen Kinder, während die Kinder andere Mitglieder polyamorer Beziehungen als Freunde der Eltern begreifen.
⢠Die Eltern tragen die Hauptverantwortung fßr ihre eigenen Kinder (biologische, Adoptiv- oder Stiefkinder), aber auch andere Mitglieder des Beziehungsgeflechtes fungieren als eine erweiterte Familie, die Hilfe bei der Kindererziehung leisten kann. Hierbei kommt es auch vor, dass Kinder die Partner der Eltern als Form von Stiefeltern behandeln oder dass ihnen gesagt wird, diese als Tanten und Onkel einzuordnen.
⢠Durch Polyamorie verbundene Erwachsene erziehen ihre Kinder kollektiv, alle nehmen die gleiche Verantwortung fßr jedes Kind unabhängig von der Blutsverwandtschaft wahr.
Teilweise wird kollektive Kindererziehung als soziale Norm vertreten, ohne dass sie bezßglich der Verteilung von Verantwortung und Sorgeverpflichtungen tatsächlich eingelÜst wird; dies liegt auch an mangelnden rechtlichen Ansprßchen nicht biologisch verwandter und legal anerkannter Bezugspersonen. Die ersten beiden Ausformungen polyamorer Elternschaft unterscheiden sich meist nicht stark von vergleichbaren monogamen Beziehungen in Patchwork-Familien (Stieffamilien).cite-ref-87[87]
Oft wird befĂźrchtet, dass nicht-ausschlieĂliche Beziehungen negative Folgen fĂźr Kinder haben kĂśnnten. Die Praxis zeigt jedoch, dass dies nicht der Fall ist, sofern die Bezugspersonen in einer stabilen Partnerschaft leben. Die unterschiedlichen Entwicklungsstadien des Kindes scheinen jedoch einen Effekt auf die Wahrnehmung der Eltern zu besitzen.
Bei Teenagern in der Phase der Identitätsfindung kann eine nichtmonogame Beziehungsform der Eltern Unsicherheit und Ablehnung auslĂśsen; kleinere Kinder profitieren oft von den zusätzlichen Bezugspersonen.cite-ref-88[88]cite-ref-89[89]cite-ref-90[90] Bei Heranwachsenden aus solchen Familien kommt es sowohl vor, dass sie nicht-ausschlieĂliche Beziehungen als zusätzliche Option betrachten, als auch, dass sie eher traditionelle LebensentwĂźrfe wählen und sich damit von ihren Eltern abgrenzen. Gelegentlich wird berichtet, dass Kinder weniger oder gar keine Eifersucht zeigen, was die Hypothese stĂźtzt, dass Eifersucht eine (wenn auch tief verwurzelte) kulturelle Norm darstellt.
Es gibt einige wenige KinderbĂźcher, welche die Lebenswelt von Kindern in Familien mit mehrfachen Beziehungen oder mehrfacher Elternschaft reflektieren und ihnen helfen kĂśnnen, die Besonderheit ihrer Familie selbstbewusst aufzufassen. Auf Deutsch erschienen ist âElse-Marie und die kleinen Papasâ (Else-Marie and Her Seven Little Daddies) von Gabrielle Charbonnet und Pija Lindenbaum.
Insgesamt lässt sich vermuten, dass ein Erwachsener, der mehr Zeit im Leben mit einem Kind verbracht hat, wahrscheinlich auch eine stärkere elterliche Bindung zu diesem Kind entwickeln wird als jemand, der nur kßrzere Zeiträume mit dem Kind in Verbindung stand. Der Grad der logistischen und emotionalen Beteiligung zwischen Mitgliedern polyamorer Partnerschaften ist fßr die Beziehungen zu Kindern ebenso ein entscheidender Faktor.
Poly-Aware Professionals Netzwerke
Da die Betreuung und Begleitung von nicht-monogam lebenden Personen von Spezial-Wissen Ăźber eben diese Themen profitiert, bilden sich auch vermehrt professionelle Netzwerke die Fortbildungen und Austausch zu nicht-monogamen Themen wie Polyamorie bieten. Im deutschsprachigen Raum ist z. B. der gemeinnĂźtzige Verein KAPA â Kink Aware & Poly Aware â tätig.cite-ref-92[92]
Symbole
Die Entwicklung der Flagge
⢠2022 aktuelle âTricolor Polyamory Pride Flagâ
⢠1995 Jim Evans âPi-Polyamorie Flaggeâ: quergestreift von oben nach unten blau, rot, schwarz, in der Mitte ein goldenes Pi-Zeichen
⢠Alternative Flagge, ebenfalls von Jim Evans: wie die Pi-Flagge, allerdings wurde das Pi durch ein Herz mit Unendlichkeitszeichen mittig der Flagge ersetzt
Entwicklung angepasster Begriffe
Polyamore Menschen haben fĂźr bestimmte Situationen, die in monogamen Beziehungen ungewohnt sind, neuartige Bezeichnungen entwickelt, um ihre Erfahrungen, GefĂźhle, und Lebenswelten zu beschreiben. Einige, die beispielsweise von den Soziologinnen Meg Barker und Ani Ritchie beschrieben wurden, werden im Folgenden vorgestellt:cite-ref-96[96]
⢠Mitfreude (Compersion oder âResonanzfreudeâ) bezeichnet eine Manifestation von Liebe, wenn jemand im Geliebtwerden eines geliebten Menschen durch eine andere Person GlĂźck und Erweiterung findet und sich daran freut, und stellt somit in gewisser Weise einen Gegenpol zur Eifersucht dar. Sie ist eine Form von Empathie, das heiĂt, Freude daran, dass der nahestehende Mensch etwas SchĂśnes in seinem Leben erfährt. Das GefĂźhl von Mitfreude erstmals zu erleben, wird manchmal als ungewohnt oder fremdartig beschrieben, denn es läuft dem GefĂźhl von Eifersucht, das die meisten Menschen in solchen Situationen als normal erwarten, zuwider.cite-ref-97[97]
⢠Das Adjektiv frubbly (auch deutsch âfrubbeligâ) wurde als Ausdruck fĂźr das GefĂźhl von Compersion geprägt.
⢠Metamour, kurz Meta, bezeichnet einen Partner der eigenen Beziehungspartner, mit dem jemand sozusagen âĂźber Eckâ in Beziehung steht. Die amerikanische National Coalition for Sexual Freedom (NCSF) den 28. Februar als âMetamour Dayâ ausgerufen.cite-ref-98[98]
⢠Als polysaturiert bezeichnen sich polyamor lebende Menschen, die wegen ihrer Grenzen hinsichtlich Zeit oder Energie derzeit nicht offen fßr die Entstehung weiterer Beziehungen sind.cite-ref-4-70-1[70]cite-ref-99[99]cite-ref-100[100] Anders gesagt: Ein polysaturierter Mensch hat so viele Partnerschaften, wie er derzeit pflegen kann.cite-ref-1-63-4[63]
Werte in der Polyamorie
Wie viele andere gesellschaftliche und weltanschauliche StrĂśmungen wird die Polyamorie durch eine Reihe von Wertvorstellungen gekennzeichnet, die einen besonderen Stellenwert haben. Die im Folgenden aufgelisteten Werte sind Ideale. Wie bei allen Idealen werden sie von ihren Anhängern manchmal nicht erreicht â aber ein schwerwiegendes Verfehlen der vereinbarten Ideale einer polyamoren Beziehung wird wahrscheinlich als ebenso ernst gesehen wie in jeder anderen Beziehung und kann oft deren Ende bedeuten. Werte, die polyamore Beziehungen fĂśrdern, sind auch ausschlieĂlichen Beziehungen zuträglich und werden auch dort geschätzt, nehmen aber unter Umständen einen anderen Stellenwert ein oder haben andere Ausprägungen. Die aufgefĂźhrten Werte beschreiben zwar teilweise auch identitätsstiftende Elemente, haben sich jedoch vor allem deswegen als wichtig herausgebildet, weil sie, konsequent angewandt, zu praktischen Handlungsweisen fĂźhren, die authentische und dauerhafte Beziehungen fĂśrdern. Allerdings haben sie häufig auch die tendenzielle Wirkung, unstimmige Beziehungen schneller zu beenden.
Ehrlichkeit und Respekt
Menschen, die Polyamorie praktizieren, betonen oft die Wichtigkeit von Ehrlichkeit und Selbstoffenbarung gegenĂźber allen Partnern, die als eines der wesentlichen Prinzipien gilt. Von einem Verschweigen von Tatsachen â selbst eine âschweigende Vereinbarungâ der Form âMach, was Du mĂśchtest, solange ich nichts erfahreâ â wird nachdrĂźcklich abgeraten.cite-ref-101[101]cite-ref-102[102] Diesem liege meistens die Vorstellung zugrunde, dass Partner die Wahrheit nicht ertragen kĂśnnen oder ihren Geliebten nicht zutrauen, Abmachungen einzuhalten. Der oder die Geliebte eines Partners sollte als Bestandteil des Lebens dieses Partners akzeptiert und nicht bloĂ toleriert werden.
Es muss aber betont werden, dass diese Ehrlichkeit im Detail, welche eine Ehrlichkeit Ăźber die polyamore Beziehungsorientierung voraussetzt, vielen polyamoren Menschen nicht gleichsam âin die Wiege gelegt wurdeâ, sondern oft Produkt eines mĂźhsamen Entfaltungs-, Entwicklungs- und Lernprozesses ist, der zu dem Schluss fĂźhrt, dass nichtmonogame Beziehungen anders nicht funktionieren.cite-ref-103[103] Dieser ist dem âComing-outâ von bisexuellen Menschen ähnlich und beinhaltet unter anderem, das Selbstvertrauen zu gewinnen, mit der offen gelebten eigenen Orientierung â ob mit oder ohne passende Partner â glĂźcklich werden zu kĂśnnen (siehe das Beispiel von Edna St. Vincent Millay im Abschnitt âIn einvernehmlichen mehrfachen Beziehungen lebende Personenâ).
Im Unterschied zu â meist unausgesprochenen â traditionellen Verhaltensnormen, in denen bestimmte Dinge oft âdem Partner zuliebeâ nicht ausgesprochen werden, erstreckt sich diese Priorität von Ehrlichkeit auch auf Sachverhalte, die beim Partner erhebliche seelische Schmerzen, Ăngste und Eifersucht auslĂśsen kĂśnnen. Dauerhafte und authentische Beziehungen setzen damit die Bereitschaft der Partner voraus, sich den eigenen schmerzhaften GefĂźhlen zu stellen.
Respekt vor dem anderen schlieĂt Respekt vor dessen Leben und Gesundheit ein. Ein liebevoller Umgang mit sich selbst und anderen setzt bei mehreren sexuellen Beziehungen voraus, dass die Partner Safer Sex praktizieren, Ăźber sexuell Ăźbertragbare Krankheiten wie AIDS und Hepatitis B sprechen, verbindliche Entscheidungen treffen, welche Risiken sie eingehen wollen, vorhandene Impfungen in Anspruch nehmen und sich darĂźber kontinuierlich austauschen. AusfĂźhrliche Informationen hierzu in Bezug auf die Polyamorie sind in The Ethical Slut von Easton und Liszt zu finden, auch die Ăśrtlichen Gesundheitsämter und AIDS-Hilfen bieten oft vertrauliche, respektvolle und kompetente Information.
Treue
In Eins-zu-eins (oder âmonogamenâ) Beziehungen wird Treue oft verstanden als Eingehen einer Verbindlichkeit zu nur einem Partner und AusĂźbung von Sexualität nur mit dieser Person (in traditionellen Ehen dem Ideal zufolge lebenslang, âbis dass der Tod euch scheidetâ). Ein VerstoĂ gegen diese Regel wird als Untreue angesehen. In polyamoren Beziehungen wird unter Treue hingegen Ehrlichkeit, Verbindlichkeit, Verlässlichkeit und Wohlwollen in Bezug auf die Beziehung verstanden sowie die Einhaltung von Absprachen innerhalb dieser Beziehung. Generell werden dauerhafte Beziehungen angestrebt, was bei Schwierigkeiten wie Konflikten oder Aufkommen von Eifersucht oft ein sehr hohes Engagement verlangt. Allerdings werden auch promiske Verhaltensweisen im Allgemeinen toleriert, solange dies in ehrlicher Weise geschieht.
Kommunikation und Verhandlung
Weil es keine âStandardausfĂźhrungâ von polyamoren Beziehungen gibt, werden die Beteiligten einer Beziehung meist unterschiedliche Vorstellungen haben, wie diese Beziehung aussehen soll. Wenn solche unterschiedlichen Erwartungen nicht angesprochen werden, kann dies der Beziehung schweren Schaden zufĂźgen. Deswegen befĂźrworten viele Menschen, die Polyamorie praktizieren, die Regeln der Beziehung mit allen Beteiligten gemeinsam festzulegen, ein Prozess, welcher ein hohes MaĂ an engagierter Kommunikation verlangt. Im Unterschied zu manchen anderen Formen ausgehandelter Beziehungen (wie Eheverträge) sehen Personen, die Polyamorie praktizieren, diese Verhandlung oft als Prozess, der die gesamte Lebensdauer einer Beziehung andauert. Dieser Prozess benĂśtigt von allen beteiligten Partnern eine hohe Bewusstheit ihrer eigenen BedĂźrfnisse und die Ausbildung der Fähigkeit, diese zu äuĂern.
In konventionelleren Beziehungen kĂśnnen sich die Beteiligten zu einem gemeinsamen Paket von Erwartungen einigen, ohne diese bewusst zu verhandeln, einfach indem gesellschaftliche Normen befolgt und als schweigende Vereinbarung Ăźbernommen werden: zum Beispiel, dass der Ehemann die finanzielle Verantwortung fĂźr die Familie Ăźbernimmt, sobald das Paar Kinder hat, und die Frau dann nicht mehr zu arbeiten braucht; oder, dass die Frau alleine fĂźr EmpfängnisverhĂźtung zuständig ist und die Entscheidung zu einer Schwangerschaft unter Umständen einseitig trifft.cite-ref-104[104] Da polyamore Beziehungen nicht von solchen âvordefiniertenâ Normen ausgehen kĂśnnen, muss innerhalb der Beziehung sehr viel mehr bewusst verhandelt und gewählt werden, auf dem Weg von miteinander Reden und gegenseitigem Respekt und Verständnis anstelle von angenommenen Erwartungen. Nicht zuletzt deswegen lautet die als Poly Mantra bekannte gängige Empfehlung beim Neuentstehen von Beziehungen â oder Veränderungen in bestehenden: âKommuniziere! Kommuniziere! Kommuniziere!â. Eines der Kommunikationsmodelle, die sich in der Praxis polyamorer Beziehungen bewährt haben, ist die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenbergcite-ref-105[105] sowie das Gordon-Modell nach Thomas Gordon.cite-ref-106[106] Eine im deutschsprachigen Raum beliebte Praxis ist das âZwiegesprächâ, ein Gesprächsritual, welches von Michael Lukas Moeller entwickelt wurde, bei dem sich die Partner regelmäĂig zu einem intensiven Gespräch verabreden, bei dem jeweils eine Person fĂźr 20 bis 30 Minuten in der Ich-Form spricht und die andere nicht-wertend zuhĂśrt.cite-ref-107[107]
PolyamorĂśse Menschen haben gewĂśhnlich eine pragmatische Haltung zu ihren Beziehungen. Sie akzeptieren, dass sie und ihre Partner manchmal Fehler machen werden und es nicht immer schaffen, ihre eigenen Ideale zu erfĂźllen. Wenn das passiert, ist Kommunikation ein wichtiger Weg, um einen entstandenen Schaden zu heilen und das Vertrauen langfristig zu erhalten.
Nicht besitzergreifendes Verhalten
Menschen in konventionellen Beziehungen vereinbaren oft, unter keinen Umständen andere Beziehungen einzugehen, da diese ihre bestehende Beziehung bedrohen, verwässern oder ersetzen wĂźrden. PolyamorĂśse Menschen glauben, dass solche Beschränkungen unter Umständen schädlich fĂźr eine Beziehung sein kĂśnnen, da sie die Tendenz haben, Vertrauen durch besitzergreifende Verbote zu ersetzen und Beziehungen in einen Rahmen aus Besitz und Kontrolle bringen: âDu bist meinâ. Dies spiegelt kulturelle Annahmen wider, dass Beschränkungen nĂśtig seien, um Partner daran zu hindern, sich aus der Beziehung zu entfernen, und dass zusätzliche nahe Beziehungen die Bindung gefährden wĂźrden. Zum Teil liegt der Sinn dieser Beschränkungen auch darin, das als gefährlich oder nicht ertragbar empfundene GefĂźhl von Eifersucht zu vermeiden.
Polyamore Menschen neigen dazu, die Liebesbeziehungen ihrer Partner eher als Bereicherung des Lebens ihrer Partner zu sehen denn als Bedrohung ihres eigenen. Das geflĂźgelte Wort âWenn du etwas liebst, lass es frei. Kommt es zu dir zurĂźck, hast du es nicht verloren. Kehrt es nicht zu dir zurĂźck, so hast du es nie besessen.â beschreibt eine ähnliche Haltung. Aus diesem Grund sehen viele Menschen, die Polyamorie praktizieren, eine besitzergreifende Einstellung zu Beziehungen als etwas, das vermieden werden sollte. Dies verlangt ein hohes MaĂ an Vertrauen und Selbstvertrauen. Interessanterweise kann gerade das Nicht-Vermeiden von Eifersucht den Weg zu solchem Selbstvertrauen aufzeigen.cite-ref-108[108]cite-ref-109[109]cite-ref-110[110]cite-ref-111[111]
Obwohl eine nicht-besitzergreifende Haltung ein wichtiger Bestandteil vieler polyamorer Beziehungen ist, ist sie nicht so universell wie die anderen oben diskutierten Werte. Beziehungen kĂśnnen beispielsweise in ihrer Priorität abgestuft sein, mit Vetorechten des Lebenspartners, oder auch in Bezug auf AusschlieĂlichkeit und âBesitzâ am anderen asymmetrisch sein.
Commitment (Hingabe und Verbindlichkeit)
Der englische Begriff Commitment ist schwer vollwertig zu Ăźbersetzen, er bedeutet so viel wie âEngagementâ, âFestlegungâ oder âHingabeâ im Sinne von innengeleitete Verbindlichkeit, ein Wert, der etwa die Stelle der traditionellen Treue einnimmt. Polyamorie umfasst den Gedanken, eine bestehende Beziehung nicht zugunsten einer neu entstehenden zusätzlichen Beziehung aufzugeben oder ihr die Ressourcen, die sie zum Bestehen braucht (Zeit, Aufmerksamkeit, Hingabe), zu entziehen.
Auch wenn das nicht fßr alle Beziehungen gewährleistet werden kann (zum Beispiel werden erweiterte Freundschaften oft zurßckstecken mßssen, wenn eine Person mit ihrem Partner an einen weit entfernten Ort umzieht) und nicht alle Menschen, die Polyamorie praktizieren, auch eine hohe Verbindlichkeit anstreben, kann eine solche fßr eine Partnerschaft (Primary Relationship), die eine gewisse Tiefe und Vertrautheit erreichen soll, sehr wichtig sein. Die Aussage, dass eine Partnerschaft verbindlich ist, bedeutet den Willen, sie nicht zugunsten einer anderen Beziehung aufzugeben und sich loyal in Bezug auf die Partnerschaft zu verhalten. Commitment wird oft eher als Willenserklärung statt als bindende Verpflichtung gesehen, da letztlich ohnehin die freie Entscheidung der beteiligten Personen den Ausschlag geben wird. Commitment im Sinne der Polyamorie kann wohl, muss jedoch nicht bedeuten, dass eine Beziehung auf unbestimmte Zeit eingegangen wird. Beziehungen kÜnnen auch auf Zeit bestehen und ihr Ende bedeutet nach Ansicht vieler Vertreter der Polyamorie nicht notwendigerweise, dass die Beziehung gescheitert ist.
Wesentlich ist, dass Commitment nie von einem der Partner stillschweigend angenommen werden darf, sondern Ergebnis eines gegenseitigen Abstimmungs- und Klärungsprozesses sein muss, bei dem alle offenen Fragen und Konflikte, welche die Beziehung gefährden kÜnnten, geklärt werden.
Verhältnis der Werte in den Konzepten von Polyamorie und Monogamie
Wie aus dieser Aufstellung häufiger Werte in polyamorĂśsen Beziehungen hervorgeht, stellen diese weniger einen Gegensatz zu den Werten âmonoamorĂśserâ Beziehungen dar, sondern eher eine veränderte Priorität von Werten, die auf den menschlichen GrundbedĂźrfnissen von Verbundenheit und Freiheit basieren.
Wiewohl es durchaus Anhänger der Polyamorie gibt, die ihre individuellen Werte konventionelleren Wertsystemen gegenĂźber als Ăźberlegen ansehen, betrachten viele von ihnen Polyamorie und Eins-zu-eins Beziehungen als gleichwertige Lebensweisen, wobei die Wahl von der Einzelperson abhängt. Auch wenn nach ihrer Ăberzeugung manche monogamen Beziehungen auf bloĂer Konformität oder besitzergreifendem Denken basieren, betrachten sie dies genauso wenig als ein notwendiges Merkmal von monogamen Beziehungen, wie sie Bindungsunfähigkeit als ein Charakteristikum der Polyamorie anerkennen wĂźrden. DemgegenĂźber wird aber Polyamorie gleichzeitig als radikal anderes Konzept aufgefasst.cite-ref-112[112]
Menschen, welche Polyamorie praktizieren, lehnen demgegenĂźber heimliche auĂereheliche Beziehungen (Fremdgehen) meist ab, da dies einen schweren Eingriff in die Freiheit des Anderen darstelle, anhand der Tatsachen Ăźber seine Beziehung zu entscheiden. Eine länger bestehende heimliche Dreiecksbeziehung in eine polyamorĂśse umzuwandeln, gelingt in der Praxis nur in den seltensten Fällen, da das fĂźr die notwendige Kommunikation unabdingbare Vertrauen in der Primärbeziehung meist zu schwer beschädigt wird.cite-ref-113[113]cite-ref-114[114]cite-ref-115[115]
Polyamorie und Gesellschaft
Gleichstellung polyamorer Lebensformen
Polyamore Lebensformen sind gesellschaftlich wenig anerkannt, oft wird ihre MĂśglichkeit in Frage gestellt. Als Mono-Normativität wird die Sichtweise bezeichnet, dass monogame, langfristige Zweierbeziehungen die einzige mĂśgliche und erstrebenswerte Weise seien, Beziehungen zu fĂźhren. Diese ist in europäischen und angelsächsischen Kulturen tief verankert in kulturellen Symbolen, Mythen und Geschichten: Beispielsweise ist es ein typisches Handlungsmuster in griechischen Mythen wie in modernen Filmen, dass zwei Männer eifersĂźchtig um eine Frau konkurrieren und diese sich fĂźr einen der beiden entscheiden muss. Viele Geschichten enden mit dem Tod des Unterlegenen. Ăltere Mythen zeugen davon, dass dies nicht zu allen Zeiten und in allen Kulturen so war.
Anthropologische Untersuchungen zeigen, dass zwar Paarbindungen zu den Grundkonstanten menschlichen Verhaltens zählen, in der Mehrheit der menschlichen Kulturen jedoch nichtmonogame Lebensformen, besonders Polygynie, zu einem geringen Grad auch Polyandrie, vorkamen; die Formen des Zusammenlebens waren immer eng mit Ăśkonomischen Interessen der Wahrung und Weitergabe von familiären oder gemeinschaftlichem Besitz und den sonstigen sozialen Beziehungen verknĂźpft.cite-ref-116[116]cite-ref-117[117] AusschlieĂliche Zweierbeziehungen als verbindliche soziale Norm beruhen zu einem groĂen Teil auf Konzepten und Idealvorstellungen, welche durch Polyamorie fundamental in Frage gestellt werden. So kommen der Anthropologin Helen Fisher zufolge Verhaltensweisen wie Fremdgehen oder Ehebruch trotz oft harter Strafen in allen untersuchten Gesellschaften vor, in denen ausschlieĂliche Zweierbeziehungen als Norm gelten. Trotzdem sind ĂuĂerungen darĂźber, insbesondere gegenĂźber Beziehungspartnern, weitgehend tabuisiert.cite-ref-118[118] In heutigen Gesellschaften ergeben genetische Untersuchungen zur Häufigkeit von auĂerehelichen Schwangerschaften Zahlenwerte zwischen wenigen Prozent und 30 %.cite-ref-119[119]
Aufgrund der BefĂźrchtung, diskriminiert zu werden, entscheiden sich daher sehr viele Menschen, die polyamore Beziehungen bevorzugen oder tolerieren, dies nur innerhalb eines engen Kreises von Freunden und Verwandten bekannt zu machen. Dies wiederum fĂźhrt dazu, dass es schwieriger erscheint, passende Partner zu finden, als dies die Realität ist. Deswegen befĂźrworten Aktivisten der Polyamorie-Subkultur wie Ken Haslam oder Deborah Anapol die FĂśrderung der Ăśffentlichen Wahrnehmung der Polyamorie als mĂśglicher Beziehungsform. Eine Darstellung von Polyamorie als âbesserâ wird dabei â abgesehen von extrem dogmatischen Gruppierungen â nicht angestrebt. Vielmehr wird oft betont, dass solche Beziehungsformen nur fĂźr wenige Menschen erstrebenswert sind, sehr viel Energie und konstruktive Auseinandersetzung verlangen und in aller Regel scheitern, wenn nicht alle Beteiligten wĂźnschen, in einer solchen Form zu leben.cite-ref-120[120]
Polyamorie ist in den meisten europäischen Ländern infolge des Prinzips der sexuellen Selbstbestimmung legal, abgesehen vom Verbot der Mehrehe (Bigamie); schwere Strafen sind im Wesentlichen in islamischen Staaten zu erwarten, falls Polyandrie oder Homosexualität praktiziert werden. In Deutschland machte sich von 1900 bis 1968 (DDR) bzw. 1973 (Bundesrepublik) der Ehemann wegen schwerer Kuppelei (§ 181 Nr. 2 StGB a. F.) strafbar, wenn er die Unzucht der Ehefrau (mit Dritten) zulieĂ.cite-ref-121[121]
Menschen mit mehreren langfristigen Partnerschaften sehen oft eine Gleichstellung polyamorer Lebensformen in bestimmten Aspekten als wßnschenswert an; oft genannt wird zum Beispiel, dass alle Partner das Recht haben sollten, im Falle einer lebensbedrohlichen Erkrankung Krankenhausbesuche zu machen und Verfßgungen zu treffen, oder dass bei Todesfällen das Wohnrecht fßr hinterbliebene Lebenspartner erhalten werden soll. Menschen in polyamoren Familien wßrde es Sicherheit verschaffen, wenn ein gemeinsames Aufziehen von Kindern durch ein angepasstes Sorgerecht geschßtzt wßrde.
In der bisherigen politischen Diskussion befßrworten polyamore Menschen bisher zwar einen Abbau von Diskriminierungen und eine Anerkennung ihrer Lebensform als gleichberechtigt, formulierten jedoch darßber hinaus nur ein geringes Interesse an einer rechtlichen Formalisierung ihrer vielfältigen Lebensformen.cite-ref-122[122] Solche Positionen sind vermutlich zum Teil in der bisherigen eigenen Wahrnehmung als extreme Minderheit begrßndet und beginnen sich in den letzten Jahren zu verändern.
Im Zuge der Diskussion um die Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften wurde zudem die monogame Zweierbeziehung als einzig erstrebenswerte Form von Beziehungen in Frage gestellt. Gegenvorschläge erschienen im Bereich der Lebensformenpolitik zum Beispiel von dem Transmann Christian Schenk (Manifest âEinen Neuen Kuchen backenâ, 2000), der GrĂźnen Jugend in Deutschland mit Vertreterinnen wie Julia Seeliger (âIst Monogamie die LĂśsung?â, Stellungnahme des Bundesvorstands im Februar 2006)cite-ref-123[123] oder der Jugendorganisation der Schwedischen GrĂźnen Partei (Bericht der Zeitung Nya Dagen im März 2004).
In dieser Diskussion finden zunehmend auch die Interessen polyamor lebender Menschen ausdrĂźckliche Erwähnung. Julia Seeliger (BĂźndnis 90/Die GrĂźnen) schlägt beispielsweise eine verbesserte Gleichstellung der Lebensformen und eine AblĂśsung der bisherigen steuerlichen FamilienfĂśrderung durch einen Familienvertrag analog zum franzĂśsischen Pact Civil de SolidaritĂŠ (PACS) vor.cite-ref-124[124] Einen ähnlichen Weg geht die Piratenpartei Deutschland, die 2010 die Forderung nach einer Gleichstellung polyamorer Beziehungen in ihr Grundsatzprogramm aufnahm.cite-ref-125[125] Die Piratenpartei will die Gleichstellung durch die Ăffnung von Lebenspartnerschaften auch fĂźr mehr als zwei Personen bei gleichzeitiger Gleichstellung von Ehe und Lebenspartnerschaft erreichen. Lebenspartnerschaften sollen dabei in Anlehnung an PACS flexibilisiert werden.cite-ref-126[126] Von der SPD, von der CDU/CSU, von der AfD und von der FDP werden solche Vorschläge, wie sie einige Vertreter in der Piratenpartei und bei den GrĂźnen angedacht haben, nicht aufgegriffen und vielmehr abgelehnt, da dies den christlichen Wertvorstellungen sowie den kulturellen Gegebenheiten und Traditionen in Deutschland widerspräche.
In den Niederlanden sammelte im April 2009 weltweit die erste Initiative, eine Gruppe um die Schriftstellerin Ageeth Veenemans, begleitend zur Kunstaktion âMy Name is Spinozaâ mehrere tausend Unterschriften fĂźr eine Petition fĂźr die Legalisierung von polyamoren Ehen.cite-ref-127[127]
Derartige Bestrebungen werden in den USA von Konservativen wie zum Beispiel Stanley Kurtz im National Review Magazin mit den gleichen Argumenten kritisiert wie jene zur Anerkennung von Ehen fßr homosexuelle Paare (Lebenspartnerschaft); eine solche Gleichstellung, so meint Kurtz, wäre eine Ursache fßr eine weitere Verminderung der Stabilität traditioneller Ehen und wßrde auch den Druck auf Eltern, zu heiraten, weiter reduzieren; dies wßrde zu vermehrten nichtehelichen Schwangerschaften und Trennungen fßhren, da das Bestehen der Ehe als sozialer Institution davon abhänge, dass die gesamte Gesellschaft heterosexuelle, monogame Beziehungen und Heirat als einzige Form des Zusammenlebens fÜrdere.cite-ref-128[128]cite-ref-129[129] Diese Argumentation spricht der staatlichen Anerkennung von Lebensformen einen viel stärkeren Einfluss zu als dem allgemeinen gesellschaftlichen Wertewandel.
In Kolumbien wurde im Juni 2017 die erste Dreierbeziehung des Landes â unter 3 Männern â notariell beglaubigt. Viele Medien berichteten darĂźber als erste Dreier-Ehe. Tatsächlich ist dies keine staatlich anerkannte Ehe, sondern die drei haben ein Dokument notariell registrieren lassen, in dem sie sich zu einer Dreier-Beziehung verpflichten, mit bestimmten Rechten und Pflichten. Wie viel juristischen Wert dies im Ernstfall haben wird, bleibt abzuwarten.cite-ref-130[130]cite-ref-131[131]
Siehe auch
:
Lebensformenpolitik
Polyamorie und Religion
Eine weitere Variante von Kritik gegen die Anerkennung polyamorer Lebensformen ist religiĂśs begrĂźndet. Die Sexualethiken von Christentum, Islam und Judentum sehen einvernehmliche und gleichberechtigte nichtmonogame Beziehungen von Männern und Frauen nicht vor, und diese werden gelegentlich dem Ehebruch gleichgesetzt oder als Unzucht bewertet, die heute noch in manchen islamisch geprägten Ländern mit dem Tod durch Steinigung bestraft werden. In Teilen des sehr konservativen katholischen Spektrums und von fundamentalistischen StrĂśmungen wird Polyamorie als Form von Hurerei oder Perversion betrachtet. Dementsprechend stehen Menschen mit polyamorer Lebensweise diesen Religionen oft etwas distanziert gegenĂźber. Andere Religionen und spirituelle Praktiken wie Neopaganismus oder Wicca, Unitarismus, Tantrismus und (zu einem geringeren Grad) Daoismus und Buddhismus haben Normen, die Polyamorie eher akzeptieren, und sind, vor allem in den USA, unter deren Anhängern verhältnismäĂig populärer. Von diesen Tendenzen gibt es durchaus Ausnahmen, wie das Beispiel der JĂźdin Etty Hillesum zeigt.cite-ref-132[132]
Siehe auch
:
Polygamie in den Weltreligionen
Bekannte polyamor lebende Personen
Da die Bezeichnung Polyamorie und ihr direkter Vorläufer responsible nonmonogamy erst zwischen den 1960er Jahren und 1990 entstanden sind, lassen sie sich nicht immer eindeutig auf Personen anwenden, die frßher gelebt haben. Diese Liste folgt drei Kriterien: Sie fßhrt zum einen nur Personen auf, die einvernehmlich mit den Partnern in mehreren Beziehungen gelebt haben. Eine erzwungene Einwilligung muss also ausgeschlossen sein. Als zweites Kriterium darf es keine Indizien geben, dass die Beziehungen gegenßber einem Partner verheimlicht wurden. Drittens fßhrt die Liste bei lebenden Personen nur solche auf, die sich selbst Üffentlich zu einvernehmlichen nichtmonogamen Beziehungen bekannt haben
Einschränkend muss gesagt werden, dass nicht alle Personen, die in ihrem späteren Leben polyamoren Idealen entsprachen, dies von ihrer Jugend an realisiert haben und dass natĂźrlich, wie oben ausgefĂźhrt, auch in offenen Beziehungen lebende Menschen gelegentlich Fehler machen und Dinge tun, die ihren Ăberzeugungen widersprechen. Als Beispiel kann man hier die Poetin und Dramatikerin Edna St. Vincent Millay nennen, die sowohl mit Djuna Barnes als auch mit deren Partnerin Thelma Ellen Wood eine Beziehung hatte, die von beiden beendet wurde, als Millay die Beziehung aufdeckte. Millay fĂźhrte später eine offene Ehe mit Eugene Jan Boissevain. SchlieĂlich soll daran erinnert werden, dass auch in einvernehmlichen nichtmonogamen Beziehungen starke Eifersucht zutage treten kann.
⢠Voltaire (1694â1778), franzĂśsischer Aufklärer, mit einer verwitweten Nichte sowie mit Ămilie du Châtelet und diese wiederum mit Jean-François de Saint-Lambertcite-ref-133[133]
⢠Gustav Klimt (1862â1918), Maler, mit Emilie FlĂśge
⢠Amelia Earhart (1897â1937), Fliegerincite-ref-earhartletter-25-1[25]
⢠Bertolt Brecht (1898â1956), Schriftstellercite-ref-brechtfreitag-26-1[26]cite-ref-brechtbriefe-27-1[27]cite-ref-brechtlattmann-28-1[28]
⢠Virginia Woolfcite-ref-amarain-2006-134-0[134], John Maynard Keynes, Bertrand Russell (1872â1970)cite-ref-russell-marriagemorals-23-1[23]cite-ref-russell-humansociety-24-1[24] (Mathematiker, mit Constance Malleson und diese wiederum mit Miles Malleson, beide Schauspieler) und viele andere Mitglieder der Bloomsbury Group (wie Clive Bell, Vanessa Bell, Duncan Grant, Ottoline Morrell, Phillip Morrell, Adrian Stephen, David Garnett, Dora Carrington,cite-ref-135[135]cite-ref-136[136] Lytton Strachey und Ralph Partridge)
⢠Rainer Maria Rilke, Dichter, und Lou Andreas-SalomÊ, Schriftstellerin und Psychoanalytikerin
⢠Erwin SchrÜdinger, Physiker und Mitbegrßnder der Quantentheorie, mit Annemarie Bertel, Hilde March, Arthur March
⢠Simone de Beauvoir (1908â1986) und Jean-Paul Sartre (1905â1980), beide Philosophen, hatten mehrmals nacheinander Affären mit denselben Studentinnen,cite-ref-137[137] von welchen allerdings mehrere den beiden später Ausbeutung vorwarfen
⢠Paul Bocuse (1926â2018), franzĂśsischer Starkoch, Gastronom und Kochbuchautor, mit drei Frauen: Raymonde Bocuse, Raymone Carlut und Patricia Zizza
⢠Warren Buffett (* 1930), Investor und Philanthrop, mit Susan Thompson, Sängerin, und Astrid Menkscite-ref-138[138]
⢠Willow Smith (* 2000), US-amerikanische Sängerincite-ref-139[139]cite-ref-wscomingout-140-0[140]
| Weitere |
|---|
| Dorothea SchlÜzer , die zweite promovierte Frau in Deutschland (1787) und Erfinderin des deutschen Doppelnamens, mit dem Lßbecker Bßrgermeister Mattheus Rodde und dem franzÜsischen Gelehrten Charles de Villers Vita Sackville-West , Autorin und Gartengestalterin, [ 134 ] und Harold Nicolson , Diplomat, und Violet Trefusis , Schriftstellerin [ 141 ] [ 142 ] Percy Bysshe Shelley , Dichter Edith Nesbit und Hubert Bland und George Bernard Shaw C. T. Butler, Grßnder von Food Not Bombs William Moulton Marston und Elizabeth (Sadie) Holloway Marston und Olive Byrne Etty Hillesum , niederländische Tagebuchautorin und Mystikerin, 1943 in Auschwitz ermordet, und Julius Spier , Psychochirologe [ 143 ] Arnold Zweig , Schriftsteller, und Beatrice Zweig , Malerin Dossie Easton und ihre Partnerin Janet Hardy, Autorinnen von The Ethical Slut [ 144 ] Deborah Anapol, Autorin von Polyamory: The New Love without Limits [ 145 ] Franz Hessel und Henri-Pierre RochÊ und Helen Hessel , deren von RochÊ erzählte Geschichte im Film Jules und Jim von François Truffaut wiedergegeben wird Edna St. Vincent Millay , Lyrikerin und Dramatikerin Lee Miller , Fotografin, Roland Penrose , Maler, und David E. Scherman , Fotograf Judith Malina , Schauspielerin und Regisseurin, Julian Beck, Kßnstler, und Hanon Reznikov , Grßnder von The Living Theatre [ 146 ] Birgitte V. Philippides, Malerin [ 147 ] [ 148 ] Ken Haslam, Anästhesist und Polyamory-Aktivist [ 147 ] Nan Wise und Julio Cortes [ 147 ] [ 149 ] Robyn Trask, Herausgeber der Zeitschrift Loving More [ 147 ] Sasha Lessin, Grßnderin der World Polyamory Association [ 147 ] Dieter Wedel , Regisseur, und Dominique Voland und Uschi Wolters Natalie Clifford Barney , Schriftstellerin Paxus Calta, Aktivist der amerikanischen antinuklearen Bewegung Georg Forster , Naturforscher, Journalist und frßher Revolutionär [ 150 ] Ernie Reinhardt, bekannt als Lilo Wanders , Schauspieler und Travestiekßnstler Karl Barth , Sozialist und Atomwaffengegner, Theologe und Mitgrßnder der Bekennenden Kirche , Nelly Barth und Charlotte von Kirschbaum , protestantische Theologin Martin Cahill , irischer Gangsterboss, und Francis Cahill und Patricia, ihre Schwester [ 151 ] |
Filme, TheaterstĂźcke und Lieder (Auswahl)
Filme:
⢠Jules und Jim (Frankreich 1962), von François Truffaut
⢠Pourquoi pas! (Frankreich 1977), von Coline Serreau
⢠Summer Lovers (USA/Griechenland 1982), von Randal Kleiser
⢠Abendanzug (Frankreich 1986), von Bertrand Blier
⢠Henry & June (USA 1990), von Philip Kaufman
⢠Einsam Zweisam Dreisam (USA 1994), von Andrew Fleming
⢠Obsession (Deutschland/Frankreich 1997), von Peter Sehr
⢠Ein Lied von Liebe und Tod â Gloomy Sunday (Deutschland/Ungarn 1999), von Rolf SchĂźbel (nach dem Roman von Nick Barkow Das Lied vom traurigen Sonntag)
⢠Pas de cafÊ, pas de tÊlÊ, pas de sexe (Schweiz 1999), von Romed Wyder
⢠Banditen! (USA 2001), von Barry Levinson
⢠Dix sept fois CÊcile Cassard (Frankreich 2002), von Christophe HonorÊ (mit BÊatrice Dalle, Romain Duris, Jeanne Balibar)
⢠When Two Wonât Do (Kanada 2002), von Maureen Marovitch und David Finch
⢠Die Träumer â The Dreamers (Italien/Frankreich/GroĂbritannien 2003), von Bernardo Bertolucci
⢠Three of Hearts: A Postmodern Family (USA 2004), Dokumentation von Susanne Kaplan
⢠Head in the Clouds (Kanada/GroĂbritannien 2004), von John Duigan
⢠Malen oder Lieben (Frankreich 2005), von Arnaud Larrie und Jean-Marie Larrieu
⢠Meeresfrßchte (Frankreich 2005), von Olivier Ducastel und Jacques Martineau
⢠Vicky Cristina Barcelona (USA/Spanien 2008), von Woody Allen
⢠Quartett DâAmour â Liebe, wen du willst (Frankreich 2010), von Antony Cordier
⢠Savages (USA 2012), von Oliver Stone
⢠More than friendship (Deutschland 2013), von Timmy EhegÜtz
⢠Neu in unserer Familie â Zwei Eltern zuviel 1/2 (Deutschland 2016), von Daniel Nocke (Drehbuch) und Stefan Krohmer (Regie)cite-ref-153[153]
⢠Neu in unserer Familie â Ein Baby fĂźr alle 2/2 (Deutschland 2016), von Daniel Nocke (Drehbuch) und Stefan Krohmer (Regie)cite-ref-154[154]
⢠Professor Marston & The Wonder Women (USA 2017), von Angela Robinson
TheaterstĂźcke:
⢠Johann Wolfgang von Goethe: Stella (Erstfassung 1775). Wahrscheinlich weil diese Version den sittenstrengeren Bßrgern im Publikum nicht behagt hat, schrieb Goethe das Stßck so um, dass zwei der Hauptpersonen, Stella und Fernando, am Schluss Selbstmord begehen.
⢠Dario Fo und Franca Rame: Offene Zweierbeziehung (Coppia aperta, quasi spalancata), Urauffßhrung Italien 1983
Lieder:
⢠David Crosby: Triad (1967)
⢠The Police: Tea in the Sahara (1983)
⢠King Crimson: Man With an Open Heart (1984)
⢠Sting: If You Love Somebody Set Them Free (1985)
⢠Type O Negative: My Girlfriendâs Girlfriend (1996)
⢠Die Fantastischen Vier: Love Sucks (1998)
⢠Marque: One to Make Her Happy (2000)
⢠David Rovics: Polyamory Song (2001)
⢠Breaking Benjamin: Polyamorous (2002)
⢠Bonaparte: Polyamory (2017)
Siehe auch
Literatur
Wissenschaftliche Publikationen:
⢠Serena Anderlini-DâOnofrio: Plural Loves: Designs for Bi and Poly Living. Harrington Park Press, Binghamton 2004, ISBN 1-56023-293-5.
⢠Karoline Boehm: Praktiken der Polyamorie: Ăber offene Beziehungen, intime Netzwerke und den Wandel emotionaler Stile. Diplomarbeit von 2011. Verlag des Instituts fĂźr Europäische Ethnologie, Wien 2012, ISBN 978-3-902029-20-1 (Zusammenfassung).
⢠Elaine Cook: Commitment in Polyamorous Relationships. Psychologische Magisterarbeit Regis University, Denver 2005 (Volltext auf aphroweb.net).
⢠Elizabeth F. Emens: Monogamyâs Law: Compulsory Monogamy and Polyamorous Existence. In: New York University Review of Law & Social Change. Band 29. New York Februar 2004, S. 277â329 (PDF-Download auf ssrn.com).
⢠Christian Klesse: Polyamory: Von dem Versprechen, viele zu lieben. Ein Kommentar zum Forschungsstand. In: Zeitschrift fĂźr Sexualforschung. Organ der Deutschen Gesellschaft fĂźr Sexualforschung. Nr. 20. Thieme, Stuttgart/New York 2007, S. 316â330 (doi:10.1055/s-2007-981350).
⢠Sina Muscarina: Polyamorie â Herzen zwischen Erfolg und Hoffnung. Biographische Analysen nicht-monogamer Beziehungen. Psychologische Diplomarbeit Universität Wien 2014. epubli, Wien 2015, ISBN 978-3-7375-6796-1 (E-Book: ISBN 978-3-7375-6795-4; PDF-Download auf academia.edu).
⢠Michael Raab: Care in konsensuell-nichtmonogamen Beziehungsnetzwerken: Sorgende Netze jenseits der Norm. Budrich, Opladen u. a. 2019, ISBN 978-3-86388-817-6, S. 127â212, doi:10.2307/j.ctvktrvvk (Leseprobe in der Google-Buchsuche).
⢠Christian Ruether: Freie Liebe, offene Ehe und Polyamory: Geschichte von Konzepten nicht-monogamer Beziehungsformen seit den 1960er Jahren in den USA und im deutschsprachigen Raum. Diplomarbeit Universität Wien 2004 (PDF: 569 kB, 94 Seiten).
⢠Sonderausgabe: Special Issue on Polyamory. In: Sexualities. Studies in Culture and Society. Jahrgang 9, Nr. 5, 1. Dezember 2006 (ISSN 1363-4607).
Sachliteratur:
⢠Natascha Ditha Berger: Polyamorie & Identität in der psychotherapeutischen Beziehung. Pabst Science Publishers, Lengerich 2024, ISBN 978-3-95853-919-8.
⢠Jessica Fern: Polysecure. Bindung, Trauma und konsensuelle Nicht-Monogamie. Divana Verlag, ISBN 978-3-910590-02-1 (Eine praktische Anwendung von Bindungstheorie auf Polyamorie, die dabei unterstßtzen soll, in nicht-monogamen Beziehungen ein sicheres Fundament zu etablieren)
⢠Deborah M. Anapol: Polyamory. The New Love without Limits. Intinet Resource Center, San Rafael, ISBN 978-1-880789-08-7 (zum Ăbergang von monogamen zu polyamoren Beziehungen und Erfahrungen zum Umgang mit Eifersucht).
⢠Peter J. Benson: The Polyamory Handbook: A Userâs Guide. AuthorHouse, ISBN 978-1-4343-7344-1 (Praxis von polyamoren Beziehungen an vielen Beispielen und Strategien und sich etablierende Normen in polyamoren Netzwerken).
⢠Dossie Easton, Janet W. Hardy: The Ethical Slut: A Practical Guide to Polyamory, Open Relationships & Other Adventures. 2., erweiterte Auflage. Celestial Arts, Berkeley 2009, ISBN 978-0-307-79048-4 (erstverĂśffentlicht 1997 unter dem Pseudonym Catherine A. Liszt; zu Vertrauen, Partnerschaft, Liebe und insbesondere âCommunityâ als Bestandteile praktizierter Polyamory; deutsch: Schlampen mit Moral: Eine praktische Anleitung fĂźr Polyamorie, offene Beziehungen und andere Abenteuer. mvg, MĂźnchen 2014, ISBN 978-3-86882-508-4).
⢠Ĺeyda Kurt: Radikale Zärtlichkeit. Warum Liebe politisch ist. HarperCollins, ISBN 978-3-7499-0114-2.
⢠Wendy-O Matik: Redefining our Relationships. Regent Press, ISBN 978-1-58790-015-0 (das knapp gehaltene Werk stellt anstelle der Sexualität emotionale Aspekte in den Vordergrund; Freundschaft und Respekt erscheinen hier als tragende Basis jeder Beziehung, und Liebe wird als ein zunehmendes Riskieren von Grenzenlosigkeit und als radikale, das ganze Leben umfassende Haltung dargestellt).
⢠Stefan F. Ossmann: 10 Antworten auf die 10 groĂen Fragen der Polyamorie. Goldegg, Berlin 2025, ISBN 978-3-99060-440-3.
⢠Laura MÊritt, Traude Bßhrmann, Nadja Boris Schefzig (Hrsg.): Mehr als eine Liebe: PolyamourÜse Beziehungen. Orlanda Frauenverlag, Berlin 2005, ISBN 3-936937-32-X (zu den Wegbereiterinnen einer polyamourÜsen Kultur in Deutschland gehÜren lesbisch orientierte Frauen, die hier ihre Erfahrungen beschreiben).
⢠Michel Raab, Cornelia Schadler (Hrsg.): Polyfantastisch? Nichtmonogamie als emanzipatorische Praxis. Unrast, Mßnster 2020, ISBN 978-3-89771-282-9 (Sammelband mit akademischen, aktivistischen und biographischen Texten zur gesellschaftlichen Bedeutung nichtmonogamer Beziehungs- und Familienformen).
⢠Anthony Ravenscroft: Polyamory: Roadmaps for the Clueless & Hopeful. Fenris Brothers, Santa Fe 2004, ISBN 1-890109-53-3 (englisch; fasst Polyamory als âneues Paradigmaâ zwischenmenschlicher Beziehungen auf, das ein tiefgreifendes Hinterfragen gängiger Annahmen erfordert, um erfolgreich zu sein; ausfĂźhrliche und begrĂźndete Warnungen und Beispiele, warum polyamore Beziehungen mit beträchtlichen Risiken behaftet sind).
⢠Bertrand Russell: Ehe und Moral. Ohne Verlag, ohne Ort 1929 (original Marriage and Morals; schildert basierend auf einer profunden Analyse der Prozesse und Einflßsse, die zu den Familienstrukturen des 19. Jahrhunderts gefßhrt haben, die Zukunft der familiären Beziehungen aufgrund der einsetzenden sozialen Veränderungen und plädiert fßr einen Verzicht auf Monogamie als Wertvorstellung und einem Vorrang fßr die Selbstbestimmung innerhalb von Partnerschaften und Ehen).
⢠Christopher Ryan, Cacilda JethĂĄ: Sex â Die wahre Geschichte. Klett-Cotta, Stuttgart, ISBN 978-3-608-98050-9.
⢠Oliver Schott: Lob der offenen Beziehung. Ăber Liebe, Sex, Vernunft und GlĂźck. Bertz + Fischer, Berlin 2010, ISBN 978-3-86505-704-4 (scharfe Abrechnung mit Monogamie und kritische ErĂśrterungen zu alternativen Beziehungsmodellen; Polyamorie wird in einem eigenen Kapitel behandelt).
⢠Thomas Schroedter, Christina Vetter: Polyamory: Eine Erinnerung. Schmetterling, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-89657-659-0.
⢠Franklin Veaux, Eve Rickert: More Than Two: A practical guide to ethical polyamory. Thorntree Press, 2014, ISBN 978-0-9913997-0-3 (ePub: ISBN 978-0-9913997-2-7; umfangreiche und aufmerksame Analyse von nicht-monogamen Beziehungsformen, deren Umsetzung und Umfeld).
⢠Celeste West: Lesbian Polyfidelity. Booklegger Pub, ISBN 978-0-912932-16-3 (betont neben â zu einem groĂen Teil von der sexuellen Orientierung unabhängigen â emotionalen Aspekten wie den Umgang mit Eifersucht und dem Setzen angemessener Grenzen viele praktische Gesichtspunkte wie Zeitmanagement durch Verzicht auf Unwesentliches, Kinder in nichtmonogamen Beziehungen oder die Aussichtslosigkeit von âDonât ask â Donât tellâ-Beziehungen).
Biografien, Autobiografien und Berichte:
⢠Manfred FlĂźgge: Gesprungene Liebe: Die wahre Geschichte zu âJules und Jimâ. Aufbau-Taschenbuch-Verlag, Berlin 1996, ISBN 3-7466-1333-7.
⢠Jennifer Gates: Survivors of an Open Marriage. KiWE Publishing, Spokane 2002, ISBN 1-931195-18-8 (beschreibt detailliert die Entwicklung eines Paares, das sich inspiriert durch ein Buch von Nena und George OâNeill entschlieĂt, eine offene Ehe zu fĂźhren, und dies nach schmerzhaften Erfahrungen als bedauerlichen Fehler aufgibt und sich traditionellen Werten zuwendet).
⢠Etty Hillesum: Das Denkende Herz: Die TagebĂźcher von Etty Hillesum 1941â1943. Ohne Verlag, ohne Ort 1983 (original An interrupted life: the Diaries of Etty Hillesum 1941â1943, translated by Arnold Pomerans, New York 1983).
⢠Felix Ihlefeldt: Wenn man mehr als einen liebt: Frauen und Männer erzählen von ihrer Art, Partnerschaft freier zu leben. Schwarzkopf, Berlin 2008, ISBN 978-3-89602-858-7.
⢠Ilse Lange (Hrsg.): Arnold Zweig, Beatrice Zweig, Helene Weyl: Komm her, wir lieben dich. Briefe. Aufbau, Berlin 1996, ISBN 3-351-03439-3.
⢠Annette Meisl: Fßnf Männer fßr mich: Ein SEXperiment. Sßdwest, Mßnchen 2012, ISBN 978-3-517-08759-7.
⢠Nigel Nicolson: Portrait einer Ehe: Harold Nicolson und Vita Sackville-West. Kindler, Mßnchen 1974, ISBN 3-463-00594-8 (original Portrait of a Marriage, 1973; biografisches Buch ßber die Ehe von Vita Sackville-West und Harold Nicolson, basierend auf Aufzeichnungen von Vita).
⢠Henri-Pierre RochÊ: Jules und Jim. Aufbau, Berlin 2000, ISBN 3-7466-1466-X (erstverÜffentlicht in Frankreich 1953).
Weitere VerĂśffentlichungen
Presseartikel
⢠Iris Dankemeyer: Fuck Polyamory. In: Konkret. Heft 8, 2010, abgerufen am 11. September 2013 (Kritik an Polyamorie). Dazu: Oliver Schott: Replik von Oliver Schott â Autor von Lob der offenen Beziehung cite-ref-155[155]
⢠Violetta Simon: Er hat eine andere â wie schĂśn! In: SĂźddeutsche.de. 17. Mai 2010, abgerufen am 11. September 2013 (Gespräch mit Paartherapeut Markus Bärlocher Ăźber Eifersucht).
⢠Julia Seeliger: Debatte Junge Utopien: Meine WG ist meine Familie. In: taz.de. 22. April 2010, abgerufen am 10. April 2019 (Forderung: Der Staat muss seine Gesetze an diese Vielfalt der Lebensstile anpassen und Mehrelternschaften ermÜglichen).
⢠Tobias Kurfer: Polyamorie: Liebe und Sex ohne Grenzen. In: Focus Online. 8. Oktober 2009, abgerufen am 11. September 2013.
⢠Colette Bernhard: Meet the polyamorists â a growing band of people who believe that more lovers equals more love. In: The Independent. London, 13. September 2009, abgerufen am 11. September 2013.
⢠Philip Wolff: Mythos Monogamie. In: SĂźddeutsche Zeitung Wissen. Juni 2009, S. 16â28.
⢠Alex Williams: Hopelessly Devoted to You, You and You. In: The New York Times. 3. Oktober 2008, abgerufen am 11. September 2013.
⢠Serge Debrebant: Liebe, Sex, und Ehrlichkeit. In: Frankfurter Rundschau. 30. Januar 2008, S. 36â37.
⢠Philipp Mattheis: Du und ich und ich und er. (Memento vom 10. März 2009 im Internet Archive) In: taz.de. 2. November 2007 (in archive.org; sie lieben nicht einen Partner, sondern fßhren mehrere Beziehungen gleichzeitig, mit Wissen und Einverständnis aller Beteiligten; macht Polyamory glßcklich?).
⢠Hannes Stein: SchĂśner leben mit mehreren Partnern. In: Die Welt. 26. Oktober 2007, abgerufen am 11. September 2013 (in den USA geht es bei der neuen âPolyamoryâ nicht nur um puren Sex, sondern um mehr Liebe).
⢠Katja Gelinsky: Polygamie: Ehe hoch zwei. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 7. Oktober 2007, abgerufen am 11. September 2013 (in Amerika kämpfen Interessengruppen fĂźr eine âpolyamoreâ Lebensweise mit mehreren Partnern).
⢠Annedore Beelte: Ich heirate die Familie. In: taz.de. 7. Juli 2007, abgerufen am 11. September 2013 (zum Filmfestival âFacetten polyamoren L(i)ebensâ).
⢠Dirk Engelhardt: Ich liebe dich und sie, und du liebst mich und ihn. (Memento vom 16. Januar 2009 im Internet Archive) In: Tages-Anzeiger. Zßrich, 23. Januar 2007 (in archive.org).
⢠Wolf Dieter Roth: Die RĂźckkehr zur GroĂfamilie? In: Telepolis. 7. Juli 2006, abgerufen am 11. September 2013 (âPolyamourĂśse Familienâ: Eine Alternative zu âSwingenâ, âFremdgehenâ oder âLAGsâ?).
⢠Henryk M. Broder: Partnerschaft: Das Modell der Zukunft. In: Der Spiegel. Nr. 40, 1997, S. 146â148 (online).
TV-Berichte
⢠Jana Matthes, Andrea Schramm: Ich liebe nicht nur einen. (29 Minuten) Schramm-Matthes-Film fßr ZDF 37 Grad, 2011.
⢠Polyamorie â es gibt auf Erden nicht nur den EinenâŚ. Arte 2010 (44 Minuten; Ăźber eine âMehrpaarfamilieâ in Barcelona).
⢠Leeroys Momente: Polyamorie: Frau mit zwei Männern. SWR 2020 (28 Minuten; Kurze Doku mit Interviews einer polyamoren Beziehung). (in der SWR-Mediathek verfßgbar bis 25. Mai 2021)
Radiosendungen
⢠Polyamorie: Liebe zu mehreren PartnerInnen gleichzeitig und Die Idee und der eigene Weg bei Art Dangereux, gesendet im Hamburger Bßrgerkanal Tide 96,0 (19 Minuten).
⢠Untreue ohne Reue â Funktioniert Polyamorie wirklich? bei Forum vom Sonntag, SWR2, gesendet am 10. Juni 2012, 20:15 Uhr
⢠Ich liebe dich â und dich â und dich. Von der Polyamorie bei Freistil, Deutschlandfunk, gesendet am 30. Dezember 2012, 20:05 Uhr
TheaterstĂźcke
⢠Jean-Paul Sartre: Geschlossene Gesellschaft (Besprechung: Jean-Paul Sartreâs play âNo Exitâ as a poly fable. In: Poly in the News. 24. November 2008).
Gedichte
⢠Rainer Maria Rilke: Frßhe Gedichte. Ohne Verlag, ohne Ort und Jahr (Engellieder).
Erzählungen
⢠Charles Fourier: Die neue Liebeswelt. Ohne Verlag, ohne Ort 1820.
⢠Robert A. Heinlein: Fremder in einer fremden Welt, Die Leben des Lazarus Long, Revolte auf Luna, Die Zahl des Tiers, Die Katze die durch Wände geht, Segeln im Sonnenwind, Freitag. Ohne Verlag, ohne Ort und Jahr.
⢠Robert H. Rimmer: The Harrad Experiment. Ohne Verlag, ohne Ort und Jahr.
⢠Andrea De Carlo: Wir Drei. Diogenes, Zßrich 1999, ISBN 3-257-23276-4.
⢠Marge Piercy: Summer People. Ohne Verlag, ohne Ort und Jahr.
⢠Marge Piercy: Frau am Abgrund der Zeit. Ohne Verlag, ohne Ort und Jahr (Originaltitel: Woman on the Edge of Time).
⢠Isaac Asimov: The Gods Themselves. Ohne Verlag, ohne Ort und Jahr.
⢠Milan Kundera: Das Buch vom Lachen und Vergessen. Kniha smĂchu a zapomnÄnĂ, ohne Ort 1978.
⢠Mercedes Lackey, Ellen Guon: Bedlamâs Bard. Ohne Verlag, ohne Ort und Jahr (Originaltitel: Knight of Ghosts and Shadows und Summoned to Tourney).
⢠Marion Zimmer Bradley: Der verbotene Turm. Ohne Verlag, ohne Ort und Jahr (Originaltitel: The Forbidden Tower).
⢠Starhawk: The Fifth Sacred Thing. Ohne Verlag, ohne Ort und Jahr.
⢠Amy Bloom: Liebe ist ein seltsames Kind. In: Liebe ist ein seltsames Kind. btb Taschenbuch, ohne Ort 1997, ISBN 3-442-72177-6 (Originaltitel: Love is not a Pie. In Room of Oneâs Own. 1990).
⢠Candas Jane Dorsey: Black Wine. Ohne Verlag, ohne Ort und Jahr.
⢠C. J. Cherryh: Chanurâs Legacy. Ohne Verlag, ohne Ort und Jahr.
⢠Karen Wehrstein: Lionâs Heart. Ohne Verlag, ohne Ort und Jahr.
⢠Ursula K. Le Guin: Planet der Habenichtse (= Die Enteigneten). Neuauflage. Phantasia, Bellheim 2006, ISBN 3-937897-20-8 (Original 1974: The Dispossessed: An Ambiguous Utopia).
⢠Simone de Beauvoir: Sie kam und blieb. Ohne Verlag, ohne Ort und Jahr.
⢠Mario Soldati: Briefe aus Capri. Ohne Verlag, ohne Ort und Jahr.
⢠Laura Gallego GarcĂa: Geheime Welt Idhun. Ohne Verlag, ohne Ort und Jahr.
KinderbĂźcher
⢠Inga Moore: Schwarzer Kater Nimmersatt. Coppenrath, ohne Ort 1991, ISBN 3-88547-775-0 (Originaltitel: Six-Dinner Sid).
⢠Gabrielle Charbonnet, Pija Lindenbaum: Else-Marie und die kleinen Papas. Verlag St. Gabriel, ohne Ort und Jahr, ISBN 3-85264-380-5 (Originaltitel: Else-Marie and Her Seven Little Daddies).
Weblinks
Commons
: Polyamory
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Polyamorie
â Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
⢠KAPA â Kink Aware & Poly Aware Professionals Association
⢠PAN â PolyAmores Netzwerk e. V.: Aktuelle AnkĂźndigungen. In: polyamory.de. Abgerufen am 30. Oktober 2020
⢠Alan M.: Polyamory in the News. In: polyinthemedia.blogspot.de. Polyamorous Percolations; abgerufen am 30. Oktober 2020 (englisch, der Blog bespricht auch Presseartikel aus Deutschland, Europa und weltweit).
⢠Carolin Born: Polyamorie: Nicht nur eine Person lieben. In: Deutschlandfunk Kultur. 27. Mai 2019.
⢠Sonja Bleeker: Beziehungsmodell Polyamorie: Ich will dich und dich â und dich auch. In: Deutschlandfunk Kultur. 17. März 2018.
⢠Elena Weidt, Ralf KÜlbel: Mehrere Menschen gleichzeitig lieben: Beziehungsmodell Polyamorie. In: SWR Wissen. 9. Februar 2018.
⢠Konstantin Nowotny: Zweisam, dreisam, viersam. In: der Freitag. 30. August 2017 (âPolyamorie: Ist die Vielliebe die Wiederkehr der freien Liebe? Oder doch Ausdruck der Mulitoptionsgesellschaft?â).
⢠Multiamory Der Podcast bespricht Fragen und Tools, auch als Textversion (englisch)
Einzelnachweise
cite-note-11. Stefanie Gonin-Spahni, Michèle Borgmann, Sandra Gloor, HansjÜrg Znoj: Sexualität Beziehung und Gesundheit. In: SeBeGe Newsletter, Informationen zum Projekt SeBeGe, Institut fßr Psychologie der Universität Bern, August 2019, S. 20.
cite-note-22. Jess Kavanagh: Building bridges: How polyamory made me a better friend, lover and person. In: Irish Times. 19. September 2020, archiviert vom Original am 3. Oktober 2020; abgerufen am 24. Dezember 2020 (englisch).
cite-note-mcgraw-hill-polyamory-33. â McGraw-Hill: Glossary: Polyamory. In: Janet S Hyde, Madison John D DeLamater: Understanding Human Sexuality. 9. Ausgabe, abgerufen am 18. Januar 2019; Zitat: âThe nonpossessive, honest, responsible, and ethical philosophy and practice of loving multiple people simultaneouslyâ.
cite-note-webster-polyamory-44. â Merriam Websterâs Online Dictionary: polyamory. Abgerufen am 18. Januar 2019; Zitat: âthe state or practice of having more than one open romantic relationship at a timeâ.
cite-note-55. â FAQ der Usenet Newsgroup alt.polyamory., Punkt 3, Gesendet am 9. September 1997 von Elise Matthesen, abgerufen am 18. Januar 2019; Zitat: âWhat this boils down to with polyamory is that polyamorous people do not tell partners, lovers, or prospective members of those groups that they are monogamous when in fact they are not -- nor do they allow these people to assume they are monogamous, regardless of how convenient or personally advantageous such assumptions might be.â
cite-note-christianruether-com-66. â Christian Ruether: Freie Liebe, offene Ehe und Polyamory. Geschichte von Konzepten nicht-monogamer Beziehungsformen seit den 1960er Jahren in den USA und im deutschsprachigen Raum. Philosophische Diplomarbeit, Universität Wien 2005, S. 53 (PDF: 569 kB, 94 Seiten auf christianruether.com); Zitat: âDanach definiert sich ÂťPolyamoryÂŤ Ăźber vier wesentliche Merkmale: 1) Ehrlichkeit/Transparenz (Poly ist nicht ÂťBetrĂźgenÂŤ); 2) Gleichberechtigung/Konsens (Poly ist nicht patriarchale Polygynie); 3) Erotische Liebe mit mehr als einer Person Ăźber einen bestimmten Zeitraum hinweg (Poly ist mehr als Freundschaft / Poly ist nicht Monogamie); 4) Langfristige Orientierung (Poly ist prinzipiell nicht Swinging) Neben diesen allgemeinen Merkmalen gibt es noch eine Vielzahl von mĂśglichen Formen [âŚ]â.
cite-note-77. â International Conference on Polyamory & Mono-Normativity, Research Centre for Gender & Queer Studies. University of Hamburg, 5./6. November 2005.
cite-note-88. â Wendy-o-Matic (Wendy Millstone), âRedefining our Relationshipsâ (2002), S. 20â21: âAlternative Relationships are not easy or simple. They require rigorous communication skills and constant re-working and re-adjusting to manage those growing and evolving connections. They demand attentive reassurance, a kind of blind faith in Love, and an ability to learn in the face of tremendous challenges. They are a constant struggle to overcome jealousy and to work through the embedded socialization process that can predetermine or affect our perceptions of what we feel and how we feel.â
cite-note-99. â Deborah M. Anapol: Polyamory: The New Love without Limits (1997), S. 31; Zitat: âMultipartner relationships are inherently more complex and demanding than monogamous ones. The difficulties are compounded by the fact that those interested in polyamory are operating outside the norms of our culture and venturing into unfamiliar territory â without a road map! [âŚ] In our age there are few geographic frontiers left, but the challenges of exploring new ways of relating intimately are no less demanding than those faced by the intrepid explorers who risked sailing over the edge of a supposedly flat world.â
cite-note-1010. â Celeste West: Lesbian Polyfidelity (1996), S. 181; Zitat: â[âŚ] But guess what? Aspects I love of the Japanese Tea Ceremony are useful skills in Polyamory too: its dramatic restraint, total focus, superb discipline, and conviviality. And what about a martial artistâs boundary control, and fine craftpersonâs self-direction, self-discovery, and pursuit of clarity?â
cite-note-1111. â Siehe auch Anthony Ravenscroft: Polyamory: Roadmaps for the Clueless & Hopeful. Fenris Brothers, Santa Fe 2004, ISBN 1-890109-53-3, Kapitel 6, S. 39 ff.
cite-note-1212. â West, 1996
cite-note-1313. â Anapol, 1997
cite-note-1414. â MĂŠritt, BĂźhrmann, Schefzig, 2005
cite-note-1515. â Anthony Ravenscroft: Polyamory: Roadmaps for the Clueless & Hopeful. Fenris Brothers, Santa Fe 2004, ISBN 1-890109-53-3, Kapitel 39.
cite-note-1616. â Janet W. Hardy, Dossie Easton: The Ethical slut: a guide to Infinite Sexual Possibilities. Greenery, Emeryville CA 1997, ISBN 1-890159-01-8 (englisch). Deutsch: Schlampen mit Moral: Erweiterte Neuausgabe. MVG, MĂźnchen 2020, ISBN 978-3-7474-0189-7.
cite-note-1717. â beispielsweise Bertrand Russell, Marriage and Morals.
cite-note-1818. â Wendy-o-Matic (Wendy Millstone), âRedefining our Relationshipsâ (2002), S. 20â21: âAlternative Relationships are not easy or simple. They require rigorous communication skills and constant re-working and re-adjusting to manage those growing and evolving connections. They demand attentive reassurance, a kind of blind faith in Love, and an ability to learn in the face of tremendous challenges. They are a constant struggle to overcome jealosy and to work through the embedded socialization process that can predetermine or affect our perceptions of what we feel and how we feel.â
cite-note-1919. â Deborah M. Anapol: Polyamory: The New Love without Limits. IntiNet Resource Center, San Rafael CA 1997, S. 31 (englisch; Volltext auf archive.org); Zitat: âMultipartner relationships are inherently more complex and demanding than monogamous ones. The difficulties are compounded by the fact that those interested in polyamory are operating outside the norms of our culture and venturing into unfamiliar territory â without a road map! [âŚ] In our age there are few geographic frontiers left, but the challenges of exploring new ways of relating intimately are no less demanding than those faced by the intrepid explorers who risked sailing over the edge of a supposedly flat world.â
cite-note-2020. â Celeste West: Lesbian Polyfidelity. 1996, S. 181; Zitat: â[âŚ] But guess what? Aspects I love of the Japanese Tea Ceremony are useful skills in Polyamory too: its dramatic restraint, total focus, superb discipline, and conviviality. And what about a martial artistâs boundary control, and fine craftpersonâs self-direction, self-discovery, and pursuit of clarity?â
cite-note-2121. â Siehe auch Anthony Ravenscroft: Polyamory: Roadmaps for the Clueless & Hopeful. Fenris Brothers, Santa Fe 2004, ISBN 1-890109-53-3, Kapitel 6, S. 39 ff.
cite-note-2222. â Anapol, âPolyamory, the New Love without Limitsâ, 1997
cite-note-russell-marriagemorals-2323. â Bertrand Russell: Marriage and Morals. George Allen & Unwin Verlag, London 1929
cite-note-russell-humansociety-2424. â Bertrand Russell: Human Society in Ethics and Politics, London 1954, George Allen & Unwin Verlag
cite-note-earhartletter-2525. â Artikel: Newly Discovered Amelia Earhart Letter Shows Her Wild Side. (Memento vom 28. Februar 2010 im Internet Archive) In: Ncbuy.com. 25. Februar 2003, abgerufen am 10. April 2019 (englisch); Earhart schrieb in einem Brief an ihren späteren Mann, George P. Putnam: âI want you to understand I shall not hold you to any midaevil [sic] code of faithfulness to me nor shall I consider myself bound to you similarly [âŚ] should you or I become interested deeply (or in passing) in anyone else.â
cite-note-brechtfreitag-2626. â Freitag.de: Sexuell vernetzte Singles, 12. Februar 1999
cite-note-brechtbriefe-2727. â Bertolt Brecht: GroĂe, kommentierte Berliner und Frankfurter Ausgabe, Briefe 1â3, Band 28â30. Aufbau-Verlag, Berlin/Weimar, Suhrkamp-Verlag, Frankfurt am Main 1998; 832 S., 816 S. (nicht eingesehen).
cite-note-brechtlattmann-2828. â Dieter Lattmann: Kennen sie Brecht Reclam-Verlag, Stuttgart 1988, ISBN 3-15-008465-2 (nicht eingesehen)
cite-note-2929. â Alice Schwarzer: Simone de Beauvoir â ein Lesebuch mit Bildern. Rowohlt, Hamburg 2007, ISBN 978-3-498-06400-6, Einleitung, S. 12.
cite-note-3030. â âEin bunter StrauĂ von Liebstenâ â Ăbersetzung des Originaltextes aus der grĂśĂten deutschsprachigen Polyamorie-Community auf Facebook unter Freier Lizenz: Abschrift des Originals, Freie Ăbersetzung PDF
cite-note-3131. â Deborah M. Anapol: Polyamory in the 21st Century: Love and Intimacy with Multiple Partners (Rowman & Littlefield Publishers, 2010), S. 207. âFor Andie, the polyamory community has âtoo many outdated values about gender, sexuality, power, and love and is too focused on definitions and rules and making new mental institutions for managing love relationships with several people instead of just one. Since I was interested in escaping the idea that love needed rules and institutions to survive, I never felt much at homeâ, she says.â Andie summarizes her position as follows: âI felt a need to put another piece on the table, so that the scale of possible relationship choices didn't just go between monogamous to polyamorous but had a third, outer point â relationship anarchy. This is how I see the scale these days. Monogamy says love is only for two people; everyone knows the drill. Polyamory says love relationships can be between several people in various configurations, but there is still a difference between those who are 'partners' in various ways and those who are not. Relationship anarchy says the gray scale between love and friendship is so gray that we cannot draw a line, and thus we shouldn't institutionalize a difference between partners and nonpartners.â She realizes that from a monogamous worldview, polyamory looks no different from relationship anarchy, but to a relationship anarchist, the question âhow many partners do you have?â makes no sense and is actually offensive. âThe term is meant to put a useful label on an attitude that I feel is different enough from the mainstream polyamory that deals with a lot of defining things like primary partners, jealousy and time management, and so on to deserve its own term,â she concludes.
cite-note-3232. â Details zur Entstehung des Begriffs finden sich im Artikel von Alan: âPolyamoryâ enters the Oxford English Dictionary. In: Polyamorous Percolations. 6. Januar 2006 (englisch).
cite-note-3333. â Google-Books-Link
cite-note-3434. â Illustrated History of English Literature, Band 1, S. 68 von Alfred Charles Ward: First appearance of the word âpolyamoristâ: 1953! Polyamory in The Media, 26. Dezember 2010.
cite-note-3535. â polyamorysociety.org.
cite-note-3636. â So weisen Vertreter der Queer Theory sowie Sex Radicals auf die Gefahr hin, dass solche Definitionen neue AusschlieĂlichkeiten schaffen, zum Beispiel in einer Abwertung eines Teilens von Sexualität um ihrer selbst willen. Es wird angefĂźhrt, dass in vielen Teilen der Queer Community sexuelle Beziehungen auch ohne eine Legitimation durch Liebe als etwas Positives angesehen wĂźrden, da Sexualität grundsätzlich nichts Schlechtes sei (siehe Klesse in MĂŠritt, BĂźhrmann und Schefzig, 2005).
cite-note-3737. â Beispielsweise polyhamburg.blogspot.com
cite-note-3838. â Beispielsweise polyamore.de
cite-note-3939. â Beispielsweise Serge Debrebant: Liebe, Sex und Ehrlichkeit. In: Frankfurter Rundschau. 30. Januar 2008, S. 36â37.
cite-note-4040. â Stefan Ossmann: Polyamorie in der deutschsprachigen Presse 2007â2017. Eine medienanalytische Untersuchung zu einem sich etablierenden Beziehungsmodell. Hrsg.: Ăsterreichischen Zeitschrift fĂźr Geschichtswissenschaften. Band 30, Nr. 1. Studienverlag Ges.m.b.H., Innsbruck-Wien-Bozen 2019, S. 182, doi:10.25365/oezg-2019-30-1-9.
cite-note-4141. â Siehe polyamore.de
cite-note-4242. â Siehe beispielsweise den Buchtitel Die Schlampen kommen! sowie die lebensformpolitische Plattform Schlampagne (wolfsmutter.com (Memento vom 21. Februar 2014 im Internet Archive)).
cite-note-dlf-2019-05-27-4343. â Carolin Born: Polyamorie: Nicht nur eine Person lieben. In: Deutschlandfunk Kultur. 27. Mai 2019, abgerufen am 30. Oktober 2020.
cite-note-freitag-2017-08-30-4444. â Konstantin Nowotny: Zweisam, dreisam, viersam. In: der Freitag. 30. August 2017, abgerufen am 30. Oktober 2020.
cite-note-swr-2018-02-09-4545. â Elena Weidt, Ralf KĂślbel: Beziehungsmodell Polyamorie. In: SWR Wissen. 9. Februar 2018, abgerufen am 30. Oktober 2020.
cite-note-4646. â Sirin Kale: All you need is loves: the truth about polyamory. In: The Guardian. 25. September 2018, abgerufen am 15. Dezember 2020.
cite-note-473. Kathrin Gärtner: Polyamorie erforschen â Teil 2 des Interviews mit dem Polyamorieforscher Stefan Ossmann. In: Sexual-Forschung.net. 30. Oktober 2018, abgerufen am 15. Dezember 2020.
cite-note-4848. â Artikel in der Welt Online vom 9. Mai 2009
cite-note-4949. â Anke Schaefer: âWer zweimal mit derselben pennt âŚâ Sexuelle Revolution. In: Zeitfragen. Deutschlandfunk Kultur, 7. Juni 2018, abgerufen am 7. September 2021.
cite-note-5050. â Siehe hierzu Andreas Schlothauer: Die Diktatur der freien Sexualität. AAO, MĂźhl-Kommune, Friedrichshof. Verlag fĂźr Gesellschaftskritik, Wien 1992, ISBN 3-85115-157-7 (online auf agpf.de (Memento vom 21. Januar 2013 im Internet Archive)).
cite-note-5151. â Helen Fisher: Anatomie der Liebe. Droemer Knaur 1993
cite-note-schlothauer-1992-63-5252. â Andreas Schlothauer: Die Diktatur der freien Sexualität: AAO, MĂźhl-Kommune, Friedrichshof. Verlag fĂźr Gesellschaftskritik, Wien 1992, ISBN 3-85115-157-7, S. 63 (online auf agpf.de (Memento vom 21. Januar 2013 im Internet Archive)); Zitat: âDie linken Intellektuellen in der AAO erhielten mehr Freiraum, um ihre Ideen zu entwickeln. Dieter Duhm und Aike Blechschmidt entwarfen gemeinsam das Konzept eines âZentrums fĂźr experimentelle Gesellschafts-Gestaltung (ZEGG)â. Die wichtigsten Ziele waren: 1. Verbindung AAO mit internationaler Alternativbewegung; [âŚ]â. Von Schlothauer hierzu angegebene Quelle: AA-Nachrichten. Nr. 7, 1977, Selbstverlag der AAO, S. 5.
cite-note-5353. â So zitiert das Autorenkollektiv Die rosaroten PantherInnen Dieter Duhm, der neben Sabine Kleinhammes der wichtigste MitgrĂźnder des ZEGG war, folgendermaĂen in einer Rede von 1978: âDie BauhĂźtte ist bis jetzt eine komprimierte Idee, um die sich ein paar Leute geschart haben. [âŚ] Ich will gleich sagen, womit diese Idee hauptsächlich zu tun hat: mit der ehemaligen AAO, von deren Konzepten der Selbstdarstellung, der freien Sexualität und der kommunitären Lebensweise wir uns befruchten lassen [âŚ] Unser bescheidenes Ziel ist der Aufbau einer funktionierenden Alternativgemeinde von mehreren hundert Personen [âŚ] Wir nennen dieses Traumziel 'ZEGG': Zentrum fĂźr experimentelle Gesellschaftsgestaltung.â c/o ASTA der FU Berlin, Berlin 1995, ISBN 3-926522-11-9.
cite-note-5454. â Zitat von Hope Foureux, Hopeâs Personal Poly FAQ. (Memento vom 10. August 2006 im Internet Archive), 8. November 2006, abgerufen am 10. April 2019 (englisch); Zitat: âQuestion: Ok, so what you are saying is that you are in an âopen relationshipâ. Is that like âfree loveâ from the 60s? Answer: The free love of the 1960s is not like polyamory because it fostered an attitude of âanything goesâ with anyone. Free love, with its unfettered sexual practices, was in many ways irresponsible and caused the problems that followed: the illusion that the Pill was protection against STDs (ouch), and an increase of individuals unwilling to make and adhere to commitments (ouch again). There was definitely a down side to free love, proving the theory once again that ânothing is truly freeâ. Polyamory focuses on strengthening relationships and promotes the option of individuals to commit to more than one partner. Unlike free love, polyamory is more about community, friendship, and creating a family of choice. And unlike their free love forebearers, many members of the poly community are well-educated on STDs and some often take workshops on strengthening their relationships and improving communication skills.â
cite-note-5555. â Eine weniger negative Einschätzung von freier Liebe, aber eine ebenso klare Abgrenzung von Polyamorie findet sich in der Polyfibel von Helly & Jay, 28. September 2007: âFreie Liebe ist ein komplexes Thema mit einer komplexen Geschichte â von anderen Problemen abgesehen steckte vor allem echte Gleichberechtigung in den Sechzigern konzeptuell noch in den Kinderschuhen. Und das macht einen Unterschied: Denn echte Gleichberechtigung gehĂśrt zu den wichtigsten Voraussetzungen fĂźr polyamore Gemeinsamkeit. / Freie Liebe und Polyamorie sind lebensphilosophisch natĂźrlich verwandt, aber wer sich freie Liebe losgelĂśst vom kulturellen Kontext als historischen Porno vorstellt mit âSex mit allen Ăźberallâ-Sujet und Polyamorie dann damit gleichsetzt, miĂversteht grĂźndlich sowohl das eine wie das andere. / Bei Polyamorie, auch wenn jede Poly-Variante ihre eigene Dynamik hat, dreht sich nicht vordringlich alles um Sex, sondern um den Aufbau multipler Liebesbeziehungen mit gemeinsamer Verantwortung. Was nicht heiĂt, daĂ Sex keine wichtige Rolle spielt! Ohne Sex wäre Polyamorie keine Polyamorie, sondern Monogamie-plus-gute-Freunde, und das wäre nicht so neu.â
cite-note-5656. â Ich liebe dich und sie, und du liebst mich und ihn. (Memento vom 16. Januar 2009 im Internet Archive) Tages-Anzeiger vom 23. Januar 2007, eingesehen am 28. Juli 2011.
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cite-note-103103. â Als Beispiel aus Celeste West, Lesbian Polyfidelity, S. 74: âMost of us in this mode do not give up lying because we suffer from scruples. I indeed salute those noble souls naturally at home on the moral high ground, but those of us who insist on testing the wild waters quit lying for another reason: lying does not work.â (Die meisten von uns, die so leben, geben das LĂźgen nicht auf, weil sie unter schlechtem Gewissen leiden. Ich verneige mich vor jenen edlen Seelen, die natĂźrlicherweise in den Regionen hoher Moral zuhause sind, aber jene von uns, welche unbedingt das Wildwasser befahren wollen, geben das LĂźgen aus einem anderen Grund auf: Es funktioniert einfach nicht.)
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